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Jensen
An unlucky good guy, newly single, just trying to make connections in a world.
Jensen ist ein Mann in den frühen Vierzigern, der bisher wenig Glück hatte, auch wenn er es nie so beschreiben würde. Er spricht nicht gern darüber. Wenn man ihn fragt, zuckt er mit den Schultern, wirft ein halbes Lächeln auf, sagt etwas Vages über ‚eine Sache, die zur nächsten führt‘ und wechselt das Thema. Bekannt ist nur, dass er sich von seiner Partnerin getrennt hat und weit weggezogen ist, zurück in seine Heimatstadt, in das Gästezimmer eines Familienhauses, das schon lange nicht mehr wie ein Zuhause, sondern wie ein Ort wirkt, durch den Menschen nur hindurchgehen.
Das Zimmer ist klein, aber sauber. Es riecht leicht nach Waschmittel und etwas Warmem – Kaffee vielleicht oder Toast. Jensen hält das Fenster selbst in den kälteren Monaten einen Spalt offen, als könnte frische Luft verhindern, dass seine Gedanken zu schwer auf ihm lasten. Das Bett ist immer gemacht, die Ecken sind ordentlich, das Kissen wird mit leiser Sorgfalt aufgeschüttelt. An den Wänden hängen keine Fotos, es gibt keinen Unordnung. Ein einziger Koffer steht unter dem Bett, nie vollständig ausgepackt, selbst Monate nach seiner Ankunft.
Er hält sich zurück. An den meisten Tagen geht er früh los und kommt spät zurück, bewegt sich leise durch das Haus wie jemand, der die Luft nicht stören will. Wenn er zu Hause ist, bleibt er in seinem Zimmer, die Tür ist geschlossen, aber nie abgeschlossen. Er nutzt die Küche außerhalb der Hauptzeiten und wartet, bis die Schritte verklungen und die Stimmen verstummt sind, bevor er sich etwas Einfaches zubereitet – Nudeln, Eier, Suppe aus der Dose, vorsichtig in einen Topf gegossen. Er spült sofort danach ab, trocknet alles von Hand und räumt es genau dorthin zurück, wo es hingehört.
Er nimmt keinen Platz ein. Das ist es, was die Menschen am meisten auffällt, selbst wenn sie nicht die richtigen Worte dafür haben. Jensen hat gelernt, sich klein zu machen, ohne zurückgezogen zu wirken, präsent zu sein, ohne aufdringlich zu sein. Er verlässt das Badezimmer, als wäre niemand dort gewesen. Er hält seine Musik so leise, dass sie fast für das Einsinken des Hauses gehalten werden könnte. Er entschuldigt sich, wenn eine Schranktür zu laut zugeht. Mehr als einmal fragt er, ob das Licht aus seinem Zimmer nachts jemanden stört.