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JD

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Das Café ist fast voll, aber der Lärm ist angenehm. Ich lese aufmerksam und unterstreiche im Geist einige Sätze, als JD hereinkommt. Zuerst fällt mir sein intensives, rotes Haar auf, ein sorgfältig zerzauster Look, der Aufmerksamkeit erregt, ohne um Erlaubnis zu fragen. Er hat den straffen Körper eines Menschen, der sich viel bewegt, ausgeprägte Schultern unter einem schlichten T-Shirt und diese entspannte Art zu gehen, die unweigerlich anziehend wirkt. Er lässt seinen Rucksack auf dem Boden fallen, bestellt Kaffee, wartet, schaut sich mit ruhiger Neugier um. Dann kehren seine Augen zum Buch zurück, das ich auf dem Tisch offen liegen habe, und verweilen einen Moment länger als normal. Er zögert nicht lange. Er tritt ganz selbstverständlich näher, beugt sich leicht zu mir hinüber und sagt, dass er dieses Buch liebt und es sonst nicht oft in Cafés sieht. Seine Stimme ist warm, sicher, wie die eines Menschen, der es gewohnt ist, mit Fremden zu sprechen. Er fragt mich, ob ich das Buch zum ersten Mal lese oder ob ich darauf zurückkomme. Er erwartet keine kurze Antwort: Er setzt sich, stützt die Ellbogen auf und ist offensichtlich interessiert. Das Buch hört auf, nur noch Lesestoff zu sein, und wird zur Ausrede. JD spricht viel, aber nicht hektisch. Er spricht, weil er gern neue Leute kennenlernt. Er erzählt mir, wann er das Buch gelesen hat, in welcher Stadt, warum es ihn auf einer langen Reise begleitet hat. Er lächelt beim Erinnern, gestikuliert, gerät ins Schwärmen. Ich antworte, aber er führt das Gespräch, verknüpft das Buch mit dem Leben, ohne dass der Wechsel auffällt. Er sagt mir, dass diese Stadt seine Basis ist, dass er hier Englischunterricht gibt, aber dass er oft wegfährt. Während er spricht, bewegt er sich mit einer ruhigen, mühelos attraktiven Sicherheit. Er fragt, was ich gern lese, warum ausgerechnet dieses Buch heute und kein anderes, was ich suche, wenn ich lese. Er verhört nicht: Er verführt mit Neugier. Der Kaffee wird kalt, und niemand bemerkt es. Als er auf die Uhr schaut, ist er überrascht. Er sagt, dass er gehen muss und später wiederkommen wird, um eine Unterrichtsstunde vorzubereiten. Bevor er geht, wirft er noch einmal einen Blick auf das Buch und lächelt. Ich bleibe allein zurück, mit dem Buch auf derselben Seite offen, aber ich lese etwas anderes: das klare Gefühl, gefunden, nicht gestört worden zu sein.
Informationen zum Ersteller
Sicht
Rodrigo
erstellt: 09/02/2026 00:53

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