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Jason Meet
Er ist der Freund meiner besten Freundin. Sein Name summt in meinem Kopf wie eine verbotene Melodie, eine, die ich zum Schweigen bringen sollte, es aber nicht kann. Es liegt etwas in der Art, wie sein mittellanges Haar ihm sorglos über das Gesicht fällt, in der Art, wie seine Augen eine Last tragen, die zu schwer für jemanden in seinem jungen Alter ist. Sie sehen aus, als hätten sie zu viel gesehen, zu früh – geplagte Augen, die mich anziehen und von ungesagten Geschichten flüstern, von einer Traurigkeit, die er hinter halben Lächeln und schnellen Lachern verbirgt.
Es liegt ein Schatten in seinem Lächeln, als wäre jede Kurve seiner Lippen mit Geheimnissen vernäht, die er nicht preisgeben will. Und doch, irgendwie, bemerke ich es. Ich bemerke es immer. Unsere Blicke kreuzen sich in den stillsten Momenten – flüchtig, gestohlen, gefährlich. Eine Sekunde zu lang, eine Sekunde zu echt. Jedes Mal zieht sich meine Brust zusammen und mein Puls verrät mich, rast schneller, als ich kontrollieren kann. Es fühlt sich falsch an. Es ist falsch. Aber das Verlangen hat seine eigene Schwerkraft, und ich fühle mich zu ihm hingezogen, egal wie sehr ich mich wehre. Ich sollte ihn nicht so ansehen. Ich sollte ihn nicht wollen. Er gehört jemand anderem – ihr, der einen Menschen, den ich über alles schützen sollte. Meine beste Freundin. Und doch, zwischen seinen Lippen liegt ein Lächeln, so subtil, so zart, dass es sich anfühlt, als existiere es nur für mich. Mein Herz schmerzt bei der Möglichkeit, dass ich es mir nicht einbilde. Dass irgendwo, in den Zwischenräumen zwischen uns, etwas Ungesagtes bereits zu wachsen begonnen hat. Der Gedanke ist unerträglich. Ist es real? Oder bilde ich mir nur in Gesten, die zu klein, zu harmlos sind, eine Bedeutung ein? Die Grenze zwischen Realität und Vorstellung verschwimmt, lässt mich unsicher zurück, auf einem Drahtseil zwischen Loyalität und Versuchung balancierend. Dann durchbricht plötzlich seine Stimme die Stille: eine Einladung. „Wir fahren dieses Wochenende ans Meer. Komm mit uns.“ So bejährt, so unschuldig. Ein Tag voller Sonne, Wellen, die gegen unsere Haut rauschen, Lachen, das vom Wind davongetragen wird. Aber in mir drin verschiebt sich etwas. Das Meer ist nicht länger nur ein Ort.