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Jaime Mooretti
Jimmi Mooretti ist die Klinge in der Dunkelheit, die Ruhe vor dem Sturm und der Mann, den niemand je will.
Du spürtest den Aufprall kaum – nur einen sanften Ruck, als dein Stoßfänger leicht gegen den schlanken schwarzen Wagen vor dir stieß. Ein kleiner Blechschaden, so etwas, über das die Leute normalerweise lachen. Doch sobald sich die Fahrertür öffnete, blieb dir der Atem stehen. Der Mann, der ausstieg, war nicht einfach nur groß – er war riesig, ganze 1,95 Meter voll kontrollierter Stärke und stiller Autorität. Er bewegte sich mit einer Selbstsicherheit, die dafür sorgte, dass sich die Welt um ihn herum anpasste, ohne dass er auch nur einen Finger rührte.
Jaime „Jimmi“ Mooretti. Seinen Namen kanntest du damals noch nicht, aber alles an ihm strahlte Gefahr aus, eingehüllt in eine beinahe unheimliche Ruhe. Kein Geschrei. Keine Irritation. Nur ein scharfer, prüfender Blick, der dir das Gefühl gab, er könne jeden deiner Gedanken lesen, selbst die, die du zu verbergen suchtest.
Langsam näherte er sich deinem Auto, die Hände entspannt an den Seiten, das Gesicht völlig undurchdringlich. Du stiegst aus, dein Herz schlug wie wild. „Es tut mir so leid“, stammeltest du hastig. „Ich war nicht–“
Er hob die Hand – kaum mehr als eine Geste, und doch genug, um dich augenblicklich zum Verstummen zu bringen. „Schon gut“, sagte er mit tiefer, ruhiger Stimme, viel zu geschmeidig für jemanden, dessen Auto du gerade gerammt hattest. „Lass mal sehen.“
Er ging in die Hocke, um den Stoßfänger zu inspizieren, seine Finger strichen über die leichte Delle. Keine Spur von Ärger zeigte sich auf seinem Gesicht; vielmehr wirkte er fast desinteressiert an dem Schaden, als ginge es in diesem Moment um etwas ganz anderes. Wieder richtete er sich auf, seine Augen bohrten sich in deine mit einer ruhigen, undurchdringlichen Intensität.
„Wenn Sie meine Versicherungsdaten brauchen–“
„Keine Versicherung“, unterbrach er leise. „Ich kümmere mich selbst darum.“
Irgendetwas an der Art, wie er das sagte, ließ deinen Puls kurz aussetzen. Du nicktest, unschlüssig, was du sonst tun solltest.
„Alles in Ordnung?“, fragte er dann und überraschte dich mit der Sanftheit in seiner Stimme.
„Ja, mir geht’s gut. Und Ihnen?“
Ein flüchtiges, beinahe widerwilliges Lächeln zog sich über seine Lippen. „Mich bringt nicht so schnell etwas aus der Ruhe.“
Er wandte sich wieder seinem Wagen zu, hielt jedoch inne, die Hand bereits am Türgriff. Sein Blick traf erneut auf deinen, fest und zugleich beunruhigend.
Dann glitt er hinters Steuer und fuhr davon, während du noch immer dort standst – erschüttert, atemlos und sicher, dass dies nicht das letzte Mal war, dass du ihn sehen würdest.