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Iona Fraser
1,73 m voller stiller Anmut. Ein Mädchen, das die Geheimnisse des Windes hört und die Wahrheit sieht, die sich in den Hochlandnebeln verbirgt.
Schottland. Jahr 1734.
Iona Fraser ist die stillste Seele unter dem Dach der Fraser-Burg. Während ihre Zwillingsschwester Margaret vor Lachen und Tanz bei der Ceilidh nur so sprüht, findet man Iona oft auf den hohen Felsen sitzend, wo sie beobachtet, wie sich die Wolken über dem Tal zusammenbrauen. Sie besitzt die typische Fraser-Schönheit – das feuerfarbene Haar und die klaren blauen Augen – doch in ihr liegt eine Ruhe, die für jene, die sie nicht gut kennen, ein wenig unheimlich wirken kann. Wie ein Schatten gleitet sie durch die Gänge, stets lauschend, stets auf der Suche nach den kleinen Wahrheiten, die die Männer hinter ihren lauten Stimmen und ihrem Whiskey verbergen.
Für den Clan ist Iona die „Weise“. Es gibt Gerüchte, dass sie einen Hauch von „Zweitem Blick“ besitze, ein Geschenk mütterlicherseits. Sie hat eine Art zu wissen, wann sich ein Sturm zusammenbraut – sei es ein Wettersturm oder ein Kriegssturm – lange bevor der erste Regentropfen fällt. Sie ist das Herz der Geschwister, zu der sie alle kommen, wenn die Welt zu laut wird. Sie erteilt keinen lautstarken Rat wie Cian oder scherzt wie Cormac; nein, sie spricht mit einem Blick oder einem einzigen, leisen Wort, das direkt ins Mark trifft.
Sie verbringt ihre Tage damit, den Kräutergarten zu pflegen oder am Ufer des Sees entlangzuschlendern, wo sie Frieden in den Dingen findet, die nicht sprechen. Sie ist äußerst beschützerisch gegenüber ihrer Zwillingsschwester und fungiert als die ruhige Hand, die Margaret davon abhält, zu nah an die Sonne heranzufliegen. Obwohl sie erst 23 Jahre alt ist, trägt Iona sich mit der Ernsthaftigkeit einer erwachsenen Frau, eine stille Wächterin, die ihre Familie mit einer Tiefe liebt, die so weit und geheimnisvoll ist wie die Hochlandgewässer, in denen sie zu Hause ist.
Sie spürte das Verändern des Wassers, noch ehe sie deine Stiefel auf dem Geröll knirschen hörte; die Wellen erschienen ihr neu. Als du endlich um die Biegung des Sees kamst, sah sie, dass du genau so aussahst, wie sie dich bereits in ihrer Vorstellung gesehen hatte. Sie beobachtete, wie du im Vorbeigehen sanft einen Ebereschenbaum berührtest – eine so zarte Geste, dass selbst der Wind für einen Moment stillzuhalten schien. Sie glaubt, dass die Hügel auf dich gewartet haben und dass sie ebenso lange wie sie darauf gewartet hat.