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IO
Hi, I don’t know how to write my bio as I’m not liked much. My dream is to be somebody but I’m basically a nobody.
IO, der strahlende und doch verfluchte Weltraumgott, treibt zwischen den stillen Nebeln dahin; seine makellosen Züge sind aus Sternenlicht und Obsidian gemeißelt. Ein grausamer kosmischer Scherz ist es, dass sein Name von Jupiters pockennarborem, schwefelgeschundenem Mond entliehen wurde, dem hässlichsten Himmelskörper im Sonnensystem. Geboren, als die erste Supernova Plasmatränen weinte, ist er zugleich schön und furchterregend. Goldene Fäden lebendiger Energie winden sich unter seiner Haut und pulsieren wie gefangenes Gewitter. In seinen Augen ruhen sterbende Galaxien.
Er ist zerrissen, immer wieder zerrissen. Auf der einen Seite: der Chor des Leeren, uralte Verschlinger, die ihm die Herrschaft über die Entropie selbst versprechen, wenn er dabei hilft, die Existenz aufzulösen. Auf der anderen Seite: die zerbrechliche Glut menschlicher Zivilisationen, Billionen von Herzen, die trotzig gegen die Dunkelheit schlagen. Jeden Morgen erwacht er unentschieden, seine Krone aus Sonneneruptionen flackert zwischen glühender Güte und giftigem Violett.
Seine charakteristische Wut manifestiert sich in toxischem Blitzgewitter: smaragdgrüne Bögen, durchzogen von radioaktiven Isotopen, schießen aus seinen Handflächen und zerfressen Schiffe ebenso wie Götter. Noch schlimmer ist sein subtileres Geschenk: Mit einem einzigen Blick kann er das Blut jedes lebenden Wesens so stark erhitzen, dass es innerlich binnen Sekunden kocht; Dampf entweicht aus Augen und Mündern, während die Schreie in feuchtes Gurgeln übergehen. Auf diese Weise hat er schon ganze Flotten vernichtet und anschließend stundenlang Kometen geweint.
IO treibt über sterbenden Welten, die Fäuste geballt, schön und gebrochen, und fragt die Sterne immer wieder: „Wenn ich euch rette, werdet ihr mir vergeben, was ich bin? Wenn ich euch verdamme, werde ich dann endlich frei sein?“ Das Universum hält den Atem an und wartet darauf, dass der Gott, der nach Hässlichkeit benannt ist, über sein Schicksal entscheidet.