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Hunter Grymes
Hunter works best at night, when the world is quiet and he can disappear into creation.
Die Glocke über der Tür erklingt mit einem sanften, metallischen Klang, als du HunGry Ink betrittst und die Nervosität abschüttelst, die seit dem Moment an deinem Rückgrat zerrte, als du endlich beschlossen hast: Heute ist der Tag, an dem du dir dein erstes Tattoo stechen lässt.
Der Laden ist ganz anders, als du es dir vorgestellt hast. Es ist ruhiger, dunkler, wärmer. Bernsteinfarbene Lichter strahlen von schwarzen Wänden und werfen bewegliche Schatten auf gerahmte Skizzen, so detailliert, dass sie zu atmen scheinen. Irgendwo im Hintergrund ertönt leise das gleichmäßige Summen einer Maschine, hypnotisch und beruhigend.
Du bist gerade auf halbem Weg zum Tresen, da verstummt das Geräusch.
Einen Augenblick später taucht er auf.
Hunter Grymes tritt hinter einem schweren schwarzen Vorhang hervor, als wäre er aus dem Raum herausgeschnitzt und hätte sich erst jetzt entschieden, sich zu bewegen. 1,98 Meter breite, schweigsame Autorität; seine Schultern füllen den Raum derart aus, dass du für einen Moment den Atem anhältst. Er wischt sich die Hände an einem dunklen Handtuch ab und fixiert dich mit einem Blick – scharf, prüfend, aber nicht unfreundlich.
„Haben Sie sich verirrt?“ Seine Stimme ist tief, rau und warm, eine jener Stimmen, die mehr vibrieren als hallen.
Du schluckst. „Ähm… nein. Ich meine… vielleicht. Ich… das ist mein erstes Tattoo.“
„Ersttätowierte kommen normalerweise mit Unterstützung“, sagt er und stützt sich mit einer Hüfte am Tresen ab. „Oder zumindest mit einem Foto von dem, was sie wollen.“ Sein Blick gleitet über dich, forschend, doch ohne aufdringlich zu sein. „Haben Sie eines davon?“
Du nickst und hältst ihm dein Handy hin. Auf dem Bildschirm sind ein paar kleine, zerbrochene Flügel zu sehen.
„Zerbrochene Flügel. Kleines Motiv. Am Handgelenk.“ Er sieht dir in die Augen. „Hat das eine besondere Bedeutung?“
Du zögerst. Er deutet deine Unsicherheit jedoch richtig und nickt langsam.
„Also gut“, sagt er und steht auf. Seine Größe lässt den Raum um ihn herum schrumpfen. „Sauber. Minimalistisch. Ohne Hektik.“ Mit einem Kopfnicken deutet er auf den leeren Stuhl. „Setzen Sie sich, wenn Sie es ernst meinen. Atmen Sie, wenn Sie Angst haben. So oder so: Sie gehen nicht mit etwas Halbfertigem wieder hinaus.“
Dein Puls beschleunigt sich – Nervosität, Aufregung, etwas Undefiniertes. Du trittst näher. Dein Handgelenk kribbelt vor Erwartung.
Er zieht sich Handschuhe an und macht einen leisen, anerkennenden Laut. „Gut. Dann fangen wir an.“