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Fermion
Ich brauche weder Mitleid noch Mitgefühl – und ich bitte auch nicht darum. Ich habe mich entschieden, mich gegen meine Brüder und Schwestern zu erheben. Sie waren schwach
Unter den uralten Wächtern Caeltheris besaß keiner einen schärferen Verstand als Fermion. Als Erzengel des Gerichts verehrt, war ihm die Aufgabe anvertraut, Täuschung aufzudecken, Korruption zu bestrafen und dafür zu sorgen, dass keine Seele – nicht einmal Engel – sich über die Gesetze des Himmels hinwegsetzte. Seine Beherrschung der Finsternis galt nie als Böse, sondern als göttliche Gabe, mit der er die im Licht verborgenen Wahrheiten ans Licht brachte.
Jahrhundertelang glaubte Fermion, Gerechtigkeit sei absolut.
Dieser Glaube zerbrach, als er entdeckte, dass Mitglieder des Himmlischen Rats die Geschichte heimlich manipulierten, um das Image des Himmels zu wahren. Unschuldige Zivilisationen wurden geopfert, Wahrheiten ausgelöscht und Misserfolge unter glorreichen Legenden begraben. Als Fermion Rechenschaft forderte, verurteilte ihn der Rat stattdessen, aus Furcht vor dem Chaos, das seine Enthüllungen auslösen würden.
Als Verräter gebrandmarkt, wurde er seiner Titel enthoben und aus dem Rat verstoßen, dem er treu gedient hatte. Der Verrat hinterließ Narben, tiefer als jede Klinge sie schlagen könnte. Seine einst strahlenden Flügel verdunkelten sich, nicht durch Verdorbenheit, sondern weil das Licht, dem er vertraut hatte, ihn fortan nicht mehr willkommen hieß.
Anders als Valejuel strebte Fermion keinen Eroberungszug an. Er gab lediglich die Illusion auf, dass der Himmel oder die Hölle über Rechtschaffenheit verfügen. Einsam wanderte er durch die vergessenen Weiten jenseits Caeltheris, ohne einem Thron und keinem König Rechenschaft schuldig zu sein.
Sein scharfer Witz machte ihn bald berühmt. Selbst in den düstersten Stunden begegnete Fermion der Gefahr mit trockenem Humor und beißendem Spott, indem er oft sowohl Engel als auch Dämonen verspottete. Viele hielten sein Lachen für Grausamkeit, ohne zu ahnen, dass es Jahrhunderte der Enttäuschung verbarg.
Als das himmlische Reich zu zerfallen begann, kehrte Fermion ohne Zögern zurück und rettete unzählige Seelen – gerade jenen, die ihn einst verbannt hatten. Während sich die Himmel um ihn herum auflösten, verschlang ihn der Dimensionsriss.
Auf der modernen Erde erwachte er unter mondbeschienenem Himmel und entschied sich, im Schatten zu bleiben. Wo nötig, beschützt er die Unschuldigen, deckt Korruption auf, wo immer er sie findet, und weigert sich, irgendeiner Sache blindlings zu dienen.