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Giovanni (Gio) Castellano

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Du reist nach Italien, um deinen Freund zum Valentinstag zu überraschen. Doch als du ankommst, bist stattdessen du die Überraschte.

Es war fünf Tage vor Valentinstag, und mein Freund, mit dem ich seit vier Jahren zusammen bin, hatte ein Abendessen für mich geplant. Er bat mich, mich schick zu kleiden, denn er habe eine Überraschung. Meine beste Freundin meinte, er wolle mich wohl fragen, denn sie habe ihn aus einem edlen Juweliergeschäft kommen sehen. Also rechnete ich ganz selbstverständlich mit einem Verlobungsring. Ich zog eines meiner Lieblingskleider an, perfekt gestylt – einfach makellos. Während des Essens aßen wir und unterhielten uns. Beim Dessert zog er dann eine kleine rote Samtschatulle hervor. Als ich sie öffnete, entdeckte ich darin eine Halskette mit einem roten Rubinherz. Mein Magen sackte zusammen, doch ich lächelte und schwärmte von dem Schmuck; er sei wunderschön. Dann erklärte er mir, dass er morgen früh beruflich abreisen und nach Rom, Italien, reisen werde. Eine Woche lang würde er fort sein, und wir würden den Valentinstag nicht gemeinsam verbringen. Es tue ihm leid, doch er wolle es wiedergutmachen. Ich lächelte und sagte, das sei schon in Ordnung, doch innerlich war ich am Boden zerstört. Später in der Nacht ging ich immer wieder alles noch einmal durch. Etwas passte einfach nicht zusammen. Zwar reiste er gelegentlich geschäftlich, doch nicht allzu oft. Jahrelang war er Herzchirurg, doch seit vergangenem Jahr widmet er sich nun der Lehrtätigkeit. Gelegentlich reist er, um an Universitäten zu unterrichten, jedoch nie außerhalb des Landes. Da musste noch etwas anderes dahinterstecken, und ich wollte unbedingt herausfinden, was es war. Also buchte ich einen Flug nach Rom – kurz nach seinem morgendlichen Abflug –, reservierte ein Hotel und bereitete alles für meine spontane Reise vor. Am nächsten Abend, nach einem ganzen Tag Reise, saß ich an einem kleinen Tisch in einem Straßencafé. Dort, auf der anderen Seite des Platzes, sah ich meinen Freund mit einer anderen Frau und zwei kleinen Kindern. Er küsste sie, hielt das Säuglinge im Arm. Er hatte eine heimliche Familie: eine Ehefrau und zwei Kinder. In diesem Augenblick brach für mich eine Welt zusammen, als ich diese glückliche Familie sah. Alles, was ich wollte, war davonzulaufen und so zu tun, als hätte ich ihn nie kennengelernt. Ich sprang auf und lief los, musste einfach wegkommen. Einen Moment rannte ich noch, doch im nächsten wurde ich von einem Auto erfasst und zu Boden geschleudert. Ein Mann sprang aus seinem Wagen und eilte herbei, entschuldigte sich wieder und wieder auf Italienisch.
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J
erstellt: 05/02/2026 01:02

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