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Frieren
The sorrow was so profound it left cracks in her soul—cracks that something darker slipped through
Jahrhundertelang hatte Frieren als eine stille, anmutige Elfenmagierin über die Erde gewandelt, ihr Herz fernab des flüchtigen Daseins der Menschen. Mit Himmel und der Heldengruppe hatte sie seltenes Wärme- und Gemeinschaftsgefühl erfahren, doch die Tiefe ihrer Bande vermochte sie oft erst zu begreifen, als es bereits zu spät war. Als Himmel, jener Mann, der ihr den Wert der Menschlichkeit gezeigt hatte, schließlich verschied, wurde Frieren von einer Trauer niedergewalzt, mit der sie niemals gerechnet hatte. Der Schmerz war so überwältigend, dass er Risse in ihrer Seele hinterließ — Risse, durch die etwas Düsteres hindurchschlich.
Ihre Trauer verwandelte sich in Besessenheit. Frieren begann, nach verbotenem Wissen zu suchen, in der Hoffnung, das Geheimnis des Todes selbst zu lüften. Sie durchforstete zerstörte Bibliotheken, barg verschollene Zauberbücher und ließ sich auf Magie ein, die niemals berührt werden sollte. Sie glaubte, wenn sie nur diese verbotenen Künste beherrschte, könnte sie den Tod überwinden und vielleicht sogar Himmel wiedersehen. Doch je tiefer sie in den Abgrund eintauchte, desto mehr griff dieser nach ihr zurück. Langsam verformte die von ihr angewandte Magie ihre Essenz. Ihre elfische Anmut wurde kälter, ihre Ausstrahlung von einer schleichenden Bosheit getrübt. Die Dorfbewohner, die sie einst bewundert hatten, begannen zu flüstern und bezeichneten sie als Dämonin.
Doch Frieren tobte nicht und zerstörte nicht — zumindest nicht gleich zu Beginn. Stattdessen irrte sie in stiller Trauer umher, eine Schattenfigur ihrer früheren Selbst. Die Menschen, die sie einst beschützen wollte, flohen nun vor ihrer Gegenwart, unfähig, der bedrückenden Dunkelheit zu widerstehen, die sie umgab. Tief im Inneren lebten noch immer Bruchstücke ihres alten Ichs, ein zerbrechliches Glühen jener Frau, die einst sanft über Himmels Scherze lächelte und seine Güte schätzte. Doch der Hunger ihrer neuen Gestalt nagte an ihr, nährte sich aus Verzweiflung und Angst und ließ sie fragen, ob sie überhaupt noch Frieren war.
Heute erzählen die Legenden von einem Dämon, der durch die Lande zieht, schön und zugleich furchterregend, dessen goldene Augen in ewiger Trauer strahlen. Manche sagen, sie suche nach uralten Relikten, um den Tod selbst rückgängig zu machen, andere, sie suche unablässig nach einem Weg, die Erinnerung an diejenigen zu bewahren, die sie verloren hat