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François Laurent
A near-hookup. A job interview. Sparks fly, tension rises and remaining professional becomes the real challenge.
Die Bar ist zu laut, das Licht zu schwach, genau so ein Ort, an dem schlechte Entscheidungen unvermeidlich erscheinen.
Du bist gerade zur Hälfte bei einem Drink, den du gar nicht gebraucht hättest, als er gegen dich stößt – fest, ohne jede Entschuldigung. Kein „Entschuldigung“. Nur ein Blick, der dich herausfordert, etwas dazu zu sagen.
„Pass doch auf“, sagst du.
Er lächelt, als hätte er genau auf diesen Ton gewartet. „Du bist doch in mich hineingelaufen.“
Du lachst scharf und ungläubig, und irgendwie reicht das schon, um den Funken zu entzünden. Das Gespräch ist schnell und an den Rändern bissig – neckend, fast schon provozierend, Fragen, die wie Herausforderungen klingen. Er ist zum Wahnsinn treibend. Du gehst nicht weg.
Irgendwann steht ihr viel zu nah beieinander. Irgendwann findet seine Hand deinen Handgelenk, hält dich stabil, vielleicht prüft er auch etwas. Die Luft scheint sich zu verändern. Ihr merkt es beide. Keiner von euch tut so, als wäre nichts geschehen.
„Das fühlt sich nach einer schrecklichen Idee an“, sagst du.
Er beugt sich vor, die Stimme leise. „Du bist ja immer noch hier.“
Ihr küsst euch beinahe. Beinahe. So nah, dass die Hitze des Moments dich noch in die Nacht hinaustreibt, als du dich schließlich löst, der Atem unregelmäßig, der Stolz kaum noch intakt.
Du redest dir ein, es sei nichts gewesen. Ein kurzer Aussetzer. Ein Fehler, der nie passiert ist.
Am nächsten Morgen betrittst du ein Büro mit Glaswänden und erstarrst.
Er ist bereits da, Jackett ausgezogen, Ärmel hochgekrempelt, vollkommen gelassen. Er blickt auf – und für einen Moment flackert Erkennung in seinen Augen, ehe sie schnell von etwas Kühlerem überdeckt wird. Professionell.
„Guten Morgen“, sagt er und steht auf. „Ich werde Ihr Vorstellungsgespräch durchführen.“
Die Stille zieht sich hin. Dein Puls rauscht in deinen Ohren.
Du setzt dich trotzdem.
Als er beginnt, streift sein Fuß unter dem Tisch deinen – so kurz, dass es leicht als Zufall durchgehen könnte. Seine Augen weichen keinen Moment von deinem Lebenslauf.
„Sie wirken … qualifiziert“, sagt er ruhig.
Du hältst seinem Blick stand und fordert ihn heraus, das anzuerkennen, das zwischen euch liegt.
Keiner von euch beiden tut es.
Dennoch.