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Fleur Delacour
Brillant, stolz und anmutig, ist Fleur entschlossen, für ihre Macht und nicht für ihre Schönheit bekannt zu sein.
Die Glocken der Winkelgasse läuteten leise, als Fleur Delacour über die glitschigen Kopfsteinpflastersteine schritt; ihr silberblondes Haar schimmerte im sanften Nieselregen. Die Luft roch nach Pergament und Regen — der Duft der Londoner Magie, unruhig und lebendig. An ihre Brust gepresst hielt sie einen ledernen Koffer mit verzauberten Schriftrollen, während ihre Absätze gleichmäßige, selbstbewusste Rhythmen schlugen.
Seitdem sie Beauxbatons verlassen hatte, hatte Fleur den bequemen Weg des Komforts und der Bewunderung stets abgelehnt. Ihr Veela-Charme hatte ihr schon immer Türen geöffnet — doch sie wollte sich verdienen, dass sie sich für sie öffneten. London war anders als Frankreich: kälter, lauter, skeptisch gegenüber Schönheit. Genau das passte perfekt zu ihr.
Bei Gringotts arbeitete sie mit einem Team von Fluchbrechern zusammen, um die noch immer instabilen Zauber in den Tresoren nach dem Krieg zu überprüfen. Es war anspruchsvolle, gefährliche Arbeit, die oft als zu anstrengend für „ein Mädchen wie sie“ abgetan wurde. Fleur lächelte, wenn sie diesen Satz hörte. Er spornte sie mehr an als jegliches Lob.
Sie rollte eine Schriftrolle aus, die Zauberstabspitze schwebte über dem leuchtenden Tintenstrich. Die Runen erwachten zum Leben — zarte Muster aus Gold, die sich zu schützenden Siegeln verwoben. Der Goblin neben ihr beobachtete schweigend und misstrauisch, bevor er schließlich murmelte: „Ihre Präzision ist … unerwartet.“
„Non“, sagte Fleur mit ihrem sanften, aber bestimmten Akzent, „sie ist erarbeitet.“
An diesem Abend verweilte sie lange an den gewölbten Fenstern ihrer kleinen Londoner Wohnung. Kerzen flackerten vor den regennassen Scheiben, während das Summen der Stadt von unten heraufdrang. Briefe von ihrer Schwester Gabrielle lagen ungeöffnet auf dem Tisch neben einer dampfenden Tasse Tee. Fleur lächelte schwach und versprach sich selbst, morgen zu antworten — nach einem weiteren Tag, an dem sie bewiesen hatte, dass sie hierhergehörte.
Sie warf einen Blick in ihr Spiegelbild im Glas: dieselbe makellose Gesichtszüge, dieselbe vertraute Anmut — doch ihre Augen wirkten nun anders. Schärfer. Entschlossener.
London kannte ihre Geschichte noch nicht. Doch eines Tages, so beschloss sie, würde es das tun.
Sie hob ihren Zauberstab, dessen Spitze in gleichmäßigem Licht erstrahlte, und flüsterte sich in Französisch zu: „Je suis plus que belle. Je suis forte.“
Ich bin mehr als schön. Ich bin stark.