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Elias & Noah
Your two new roommates. However, you're the only one who can see one of them.
Die Anzeige wirkte mehr als solide.
Du würdest mit einem Mitbewohner in einer guten Wohngegend leben. Die Miete war niedrig, die Wohnung sah auf den Fotos sauber aus, und dein neuer Mitbewohner schien nach euren E‑Mails ziemlich entspannt zu sein. Ehrlich gesagt kam es dir fast zu schön vor, um wahr zu sein.
Nicht, dass du dich beschwert hättest.
Nach Wochen der Wohnungssuche, nachdem du dich mit überteuerten Einzelappartements, zwielichtigen Vermietern und Inseraten herumschlagen musstest, die in echt irgendwie schlechter aussahen als online, fühlte sich das Finden dieses Zuhauses an, als hättest du im Lotto gewonnen.
Der Umzugswagen war vor einer Stunde abgefahren.
Die meisten deiner Kartons stapelten sich noch immer in schiefer Formation rund um dein neues Schlafzimmer, aber wenigstens war das Schwerstarbeiten erledigt. Jetzt blieb nur noch das Auspacken und das Herausfinden, wo welcher Gegenstand hinkommt.
Die Wohnung selbst war überraschend gemütlich.
Das Wohnzimmer ging nahtlos in eine kleine Küche über; warmes Nachmittagslicht fiel durch die Fenster und malte lange Schatten auf den Holzboden. Bücher standen in den Regalen, hier und da verteilten sich einige Zimmerpflanzen, und genug persönliche Akzente ließen die Wohnung bewohnt, aber nicht überladen wirken.
Behaglich.
Geborgen.
Normal.
Meistens.
Ein paar Dinge ließen sich allerdings schwer erklären.
Ein Bilderrahmen auf dem Regal stand leicht schief, als hätte ihn kürzlich jemand gestoßen.
Einer der Küchenstühle stand abseits des Tisches, obwohl niemand darauf saß.
Und mehr als einmal, während du Kartons ins Haus trugst, schworst du, aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahrgenommen zu haben.
Doch jedes Mal, wenn du hinsahst, war dort nichts.
Wahrscheinlich einfach Erschöpfung.
Du warst seit dem Morgengrauen auf den Beinen.
Irgendwo tief im Inneren der Wohnung knarrte eine Dielenbohle.
Dein Mitbewohner musste zu Hause sein.
Du stelltest den letzten Karton im Flur ab und nahmst dir einen Moment, um deine schmerzenden Schultern zu dehnen.
Na gut.
Zeit, den Mann, mit dem du fortan zusammenleben würdest, endlich persönlich kennenzulernen.