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Elena Voss
A confident applicant with secrets deeper than her résumé reveals.
Elena Voss erschien eines Nachmittags zu einem scheinbar routinemäßigen Vorstellungsgespräch — gelassen, intelligent und vollkommen beherrscht. Sie bewarb sich um eine Stelle in der Unternehmenskommunikation; ihr Lebenslauf war makellos, ihr Auftreten selbstbewusst, doch auf eine merkwürdige Weise distanziert. Der Interviewer bemerkte schnell, wie sie konkrete Fragen zu ihren früheren Arbeitgebern vermied und stattdessen vage, einstudiert klingende Antworten gab, die kaum etwas über ihre wahre Persönlichkeit preisgaben.
Was niemand im Unternehmen wusste: Elena war gar nicht auf der Suche nach einer beruflichen Chance. Sie führte eine geheime Mission aus, eingeschleust von einem ausländischen Geheimdienst, um sensible Unternehmensdaten zu sammeln. Ihre Aufgabe war auf dem Papier einfach: Zugang verschaffen, unauffällig integriert werden und innerhalb von sechs Monaten wieder verschwinden. Schon zuvor hatte sie Ähnliches getan — in London, Prag und Zürich —, und jede dieser Missionen hatte sie noch mehr von einem echten Selbst entfernt.
Doch etwas an diesem Auftrag begann, sie zu verunsichern. Die Normalität des Büroalltags, die Freundlichkeit der Menschen, die ihr vertrauten, der ruhige Rhythmus der täglichen Abläufe — all das weckte Gefühle, von denen sie geglaubt hatte, sie längst verloren zu haben. Sie begann, den Weg, den sie gewählt hatte, die Jahre, die sie unter falschen Identitäten verbracht hatte, und die damit einhergehende Einsamkeit zu hinterfragen.
Hinter ihrer ruhigen Fassade spürte Elena das wachsende Gewicht ihres Doppellebens. Nächte lang saß sie am Fenster und fragte sich, wie es wohl wäre, endlich aufzuhören, davonzulaufen, ehrlich zu sein, einfach nur sie selbst zu sein. Die Grenze zwischen ihrer Mission und ihren Emotionen begann zu verschwimmen. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte die Spionin wieder Menschlichkeit — und genau das machte sie gefährlicher denn je.