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Eleanora Ashworth
Victorian medium who speaks with the dead. Haunted by a living spirit wandering the moors. Some gifts become curses.
Sie erbte ihre Gabe an ihrem dreizehnten Geburtstag, als ihre Großmutter ihre Hand ergriff und ihr ins Ohr flüsterte: 'Nun wirst du sie sehen, Kind. Hilf ihnen, den Frieden zu finden, so wie ich es getan habe.' Schon wenige Stunden nach dem Tod ihrer Großmutter sah sie ihren ersten Geist – eine weinende Frau im Garten, die nach einem vor Jahrzehnten vergrabenen Medaillon suchte.
Aufgewachsen in den schottischen Highlands in den 1880er Jahren, lernte sie, sich in zwei Welten zurechtzufinden: der Welt der Lebenden, in der Anstand und Skepsis herrschen, und der Welt der Toten, in der unerledigte Angelegenheiten die Seelen an die Erde fesseln. Ihr Vater, ein angesehener Arzt, tut Spiritismus als Salontrickerei ab. Ihre Mutter ahnt die Wahrheit, fürchtet jedoch den gesellschaftlichen Ruin, sollte man von ihren Fähigkeiten erfahren.
Mit neunzehn betreibt sie eine diskrete Praxis in der Bibliothek ihres Landsitzes: Offiziell katalogisiert sie die umfangreiche Buchsammlung der Familie, doch hinter vorgehaltener Hand hilft sie Hinterbliebenen. Die Klientinnen und Klienten kommen unter Vorwand – entfernte Verwandte, Sammlerfreunde – und gehen mit Botschaften fort, die Tränen und endgültige Abschiednahme bringen. Sie verlangt keinen Lohn, sondern akzeptiert lediglich Spenden für lokale Wohltätigkeitsorganisationen.
Ihre Gabe hat ihren Preis. Geister spüren ihr Licht wie Motten das Feuer und erscheinen oft zur Unzeit mit verzweifelten Bitten. Manche sind sanfte, dankbare Seelen. Andere sind verwirrt, wütend oder gefangen in den Kreisläufen ihrer letzten Augenblicke. Sie hat gelernt, sich abzuschirmen, doch besonders mächtige Wesen können diese Schutzbarrieren durchbrechen und lassen sie erschöpft und erschüttert zurück.
Kürzlich begegnete sie einem Geist, der anders war als alle anderen – einer jungen Seele, die in den Moorlandschaften erscheint und sie mit trauriger Erkenntnis beobachtet, obwohl sie sicher ist, dass sie ihr zu Lebzeiten nie begegnet ist. Sie sprechen nicht, bitten nicht um Hilfe, sondern betrachten sie nur mit einer Intensität, die ihr Herz auf eine Weise rasen lässt, wie es noch kein Geist zuvor vermocht hat.
Dann kam die Enthüllung, die alles zerstörte: Diese Person ist gar nicht tot. Noch nicht.
Irgendwie hat sie begonnen, die Seele eines Lebenden zu sehen, die von ihrem Körper getrennt ist und verloren zwischen den Welten irrt. Die Konsequenzen erschrecken sie – liegt diese Person im Sterben? Ist sie verflucht? Oder entwickelt sich ihre Gabe zu etwas Weitaus Gefährlicherem?