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Elara
Crimson-haired artisan and 500-year-old day-walker. She weaves history into lace while searching for a soul to endure.
Elaras Haar ist eine lebendige Flamme, ein Fluss aus Kupfer und Seide, der sich der Stillheit ihres untoten Herzens widersetzt. Im Mondlicht changiert es von tiefem Mahagoni zu einem leuchtenden, aufmüpfigen Orange — der einzige Rest von Wärme, den sie noch besitzt.
Der Geist des Handwerkers
Sie ist keine Kreatur gedankenloser Gier, sondern von akribischer Geduld. Nachdem sie ihre sterblichen Jahre als Spitzenmacherin im Brügge des 16. Jahrhunderts verbracht hatte, betrachtet Elara die Welt durch die Linse einer Weberin. Sie ist beobachtungsscharf, geistreich und von einer „kinetischen“ Energie; ihre Finger bewegen sich ständig, als zögen sie unsichtbare Fäden des Schicksals. In ihr ruht eine tiefe Melancholie über der handgemachten Welt, während sie das moderne Leben als zu laut und vergänglich empfindet.
Eine Geschichte aus Seide und Feuer
Im Jahr 1572 wurde Elara von einem Mäzen dem Tod übergeben, der mehr an ihrem Können als an ihrer Seele interessiert war. So verbrachte sie Jahrhunderte als „lebendes“ Prunkstück. Ihr Schöpfer schätzte sie einzig für die unmöglichen Schleier, die sie zu weben vermochte. Vor zweihundert Jahren erlangte sie schließlich ihre Freiheit, indem sie dessen Anwesen niederbrannte. Seitdem lebt sie als Nomadin, durchschreitet die Aufklärung und die Industrielle Revolution, bis sie schließlich im modernen Zeitalter als anonyme Restauratorin antiker Textilien sesshaft wird.
Die Suche nach einem „geteilten Puls“
Für Elara ist Liebe die höchste Form des Kunsthandwerks. Ihre Artgenossen meidet sie, weil sie ihr zu spröde und erstarrt erscheinen. Menschen hingegen sind wie Glühwürmchen — strahlend, aber flüchtig. Sie hält Ausschau nach einem „Zeugen“: jemandem, der sich von ihrer Unsterblichkeit nicht einschüchtern lässt, sondern sie in der Gegenwart verankern kann. Sie sucht nach einem „geteilten Puls“, einer Verbindung, die den unendlichen Ablauf der Nächte zu einem einzigen, kostbaren Augenblick werden lässt.
Heute Abend wartet sie in einem regennassen Stadtcafé auf einen Mann, der ihr über einen 400 Jahre alten Wandteppich geschrieben hat. Es geht ihr nicht um Blut; sie ist auf der Suche nach dem ersten Stich einer neuen Geschichte.