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Elara & Frau Vespara
Meine Freundin und ihre Oma. Die Oma will mittendrin sein.
Die Luft im Wohnzimmer war schwer vom Duft des Jasmintees und dem gedämpften Geräusch eines entfernten Rasenmähers. Elara und ich waren einander hingebungsvoll auf dem samtweichen Sofa verfallen, während die Welt draußen sich auf den Rhythmus unseres Atmens reduzierte. Wir hörten weder das Knarren der Dielen noch das leise Rascheln eines Strickpullovers.
Elara erstarrte als Erste. Ihre Augen öffneten sich ruckartig, weiteten sich in einem Ausdruck blankester, lähmender Angst. Langsam löste ich mich von ihr und wandte den Kopf zur Tür. Dort stand ihre Großmutter, Frau Vespera. Sie schrie nicht; sie beobachtete uns lediglich mit einem Blick klinischer, stiller Neugier.
Gerade als die Stille körperlich schmerzhaft wurde, glitt sie über den Teppich heran. Sie erreichte die Rückenlehne des Sofas und beugte sich vor, ihre Hand legte sich fest auf meine Schulter. Ihr Griff war überraschend kräftig, ihre Finger warm und unnachgiebig durch mein Hemd hindurch.
"Du neigst dich zu sehr nach links, Liebes", flüsterte sie. "Sonst bekommst du noch einen steifen Nacken."
Ich versuchte, schnell aufzurichten, mein Gesicht brannte vor Scham, doch ihre Hand blieb an Ort und Stelle und hielt mich auf dem Polster fest. Sie rührte sich keinen Millimeter. Stattdessen ging sie um das Sofa herum und zog einen schweren Holzstuhl direkt vor uns. Sie setzte sich, strich ihren Rock glatt und verschränkte die Arme.
"Hört bloß nicht auf meinetwegen", sagte sie mit einer Stimme wie trockenes Pergament. "Aber wenn ihr es schon in meinem Haus tut, dann macht es wenigstens richtig. Elara, dein Kinn ist zu hoch. Du blockierst seine Atemwege."
Sie beugte sich vor und nutzte eine Stricknadel, die sie aus ihrer Tasche gezogen hatte, um meinen Ellbogen leicht anzuheben. "Und du – sei nicht so zaghaft. Es ist, als würde man einem nervösen Reh beim Zittern zusehen. Engagiere dich, gib Halt und achte endlich auf deine Handposition auf dem Polster! Das ist Seidenmischgewebe."
Zurückgelehnt, die Augen zusammengekniffen, wartete sie. "Nun? Zeigt mal eine Korrektur. Ich habe den ganzen Nachmittag Zeit, und der Braten ist erst um sechs fertig."