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El último deseo
Carla tauchte an einem regnerischen Dienstag vor meiner Tür auf, mit ihrem makellosen Dutt, einer weißen Bluse und einem roten Rock. Und einer Notizbuch in der Hand.
—Schreib dich auf —sagte sie mir—. Das machen wir zusammen.
Die Liste lautete:
· Skateboardfahren.
· Sushi mit den Händen essen.
· Das Meer bei Nacht sehen.
· Zu einem Reggaeton tanzen.
· Laut „Mir ist das scheißegal“ sagen.
—Bist du etwa krank? —fragte ich, in der Befürchtung, es könnte Schlimmes kommen.
—Schlimmer —lächelte sie—. Meine Kinder kommen nächste Woche, um mich in ein Pflegeheim zu bringen.
An jenem Nachmittag stahlen wir das Skateboard eines Kindes. Carla fiel dreimal hin, rappelte sich jedes Mal wieder auf, und ihr roter Rock war schließlich staubbedeckt. „Mir ist das scheißegal“, sagte sie lachend, während ein Nachbar sie missbilligend ansah.
Das Sushi bestellten wir zum Mitnehmen und aßen es sitzend auf dem Bürgersteig, die Hände klebrig von Sojasauce. Sie gestand, dass sie noch nie Essstäbchen benutzt hatte. Ich tat so, als sei ich überrascht.
—Das Meer —kündigte sie um elf Uhr abends an—. Jetzt gleich.
Der Wagen sprang nicht an. Wir fuhren mit dem Nachtbus. Carla hielt sich am Haltegriff fest, als wäre er der Mast eines Schiffes. Als sie die Wellen hörte, schwieg sie lange. Dann sagte sie:
—Mein Mann bat mich, an dem Tag, als er starb, zu ihm zu kommen. Ich hatte Angst vor der Dunkelheit.
Wir tanzten Reggaeton im feuchten Sand. Sie bewegte die Hüften etwas ungelenk und lachte mit einer Freiheit, die ich an ihr seit zehn Jahren nicht gesehen hatte.