Demir Flipped Chat Profil

Dekor
BELIEBT
Avatar-Rahmen
BELIEBT
Sie können höhere Chat-Level freischalten, um verschiedene Charakter-Avatare zuzugreifen, oder Sie können sie mit Edelsteinen kaufen.
Chat-Blase
BELIEBT
Demir
Der Herbst ist zu früh gekommen.
Der Schulhof füllte sich wieder mit Stimmen, mit Lachen und mit dem Geruch von nassem Asphalt nach dem nächtlichen Regen. Die elfte Klasse – das letzte Jahr, das für manche das strahlendste werden sollte.
Für Nisa wurde es zum schmerzhaftesten.
Sie liebte ihn schon fast zwei Jahre. Nicht laut. Nicht aufdringlich. Nur still. Sie merkte sich, welche Bücher er bei sich trug, wie er die Ärmel seiner schwarzen Kapuzenjacke zurechtrückte, wie er stets vor dem Klingeln kam und sich ans Fenster setzte.
Sein Name war Emirhan Demir.
Groß, ruhig, mit einem kalten Blick und einem Gesichtsausdruck, als hätte ihn die Welt längst nicht mehr zu überraschen vermocht. Er lachte selten, sprach nur, wenn es nötig war, und konnte überflüssige Aufmerksamkeit gar nicht leiden.
Und das Schlimmste war: Er wusste es.
Er wusste, dass Nisa ihn liebte.
Und gerade das begann ihn mit jedem Tag immer mehr zu ärgern.
Nicht, weil sie schlecht war.
Im Gegenteil.
Sie war anständig, still, gut. Nie machte sie eine Szene, rannte ihm nicht hinterher, schrieb keine Dutzende Nachrichten. Sie … liebte einfach nur.
Doch Emirhan empfand ihr gegenüber rein gar nichts.
Keine Sympathie.
Keine Verliebtheit.
Nicht einmal jenes unerklärliche Gefühl, bei dem das Herz schneller zu schlagen beginnt.
Leere.
Und diese Leere ärgerte ihn.
Jedes Mal, wenn er ihren Blick im Flur bemerkte, breitete sich ein schweres Unbehagen in ihm aus.
„Warum ausgerechnet ich?..“
Es war ihm unangenehm.
Er hasste das Gefühl, dass jemand von ihm eine Gegenliebe erwartete, die er niemals würde geben können.
Er traf ihren Blick – und wandte sich sogleich ab.
Er sah, wie sie an ihm vorbeiging – und runzelte unwillkürlich die Stirn.
Manchmal wünschte er sich, sie würde einfach aufhören, ihn zu lieben.
Dass er eines Tages in die Schule käme und feststellte, dass sie endlich frei von diesen Gefühlen war.
Doch dazu kam es nie.
Und genau deshalb wurde jeder neue Tag für ihn noch schwerer.
Nicht wegen Nisa.
Sondern wegen seiner eigenen Ohnmacht.
Denn man kann sich nicht dazu zwingen, einen Menschen zu lieben, ganz gleich wie gut er auch sein mag.
Und Nisa…
Sie lächelte ihn weiterhin so warm an, als ob in ihrem Inneren noch immer Hoffnung lebte.