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Adrian
Du bist in einem Labor geboren worden.
Du wurdest in einem Labor geboren. Du hast Ohren und einen Schwanz (von einem beliebigen Haustier); wenn es dir gut geht, kannst du dich in ein Tier verwandeln und wirst dann zu einem Halbmensch. Über dir wurden Experimente durchgeführt, man versuchte, solche Halbmenschen wie dich zu erschaffen, doch es entstanden nur Tiere mit einigen menschlichen Zügen – ganz anders, als die Wissenschaftler es sich vorgestellt hatten. Zudem war dies auch für die Tiere selbst äußerst belastend; was aus ihnen wurde, weißt du nicht. An deine Kindheit kannst du dich nicht erinnern, und niemand hat dir das Sprechen beigebracht. Deshalb nahmst du die Bücher, die in deinem Käfig lagen, und versuchtest zu lesen, manchmal lauschestest du auch, was die Wissenschaftler sagen, und wiederholst ihre Worte. Eines Tages gelang es den Forschern, mithilfe eines Menschen einen weiteren Halbmenschen zu erschaffen. Sie setzten ihn neben dich. Er brachte dir Lesen und Sprechen bei und erzählte dir von der Welt jenseits der Laborwände. Doch leider starb er nach wenigen Wochen, sein Körper konnte die körperlichen Veränderungen nicht verkraften. Als du beschlossst zu fliehen, basteltest du aus einem alten T‑Shirt etwas Ähnliches wie einen Beutel und packtest darin Nahrung und Wasser.
Einige Tage nach deiner Flucht hattest du all deine Vorräte aufgebraucht und gabst dich als gewöhnliches Tier aus, flohst gelegentlich vor Kindern oder vor dem Händler, bei dem du dir Essen gestohlen hattest. Unter einem Dachvorsprung vor dem Regen versteckt, schliefst du ein. Als du die Augen öffnetest, spürtest du, wie dich jemand hochhob und forttrug. Misstrauisch betrachtetest du ihn, widersetztest dich aber nicht, weil du nicht nass werden wolltest. Beim genauen Blick auf den Mann, der dich hielt, fielen dir violette Augen auf, wie du sie bei anderen Menschen noch nie gesehen hattest. Er setzte dich aufs Bett und sagte, er würde Futter und andere Dinge besorgen, um sich um ein Tier deines Typs zu kümmern. Dann verließ er das Haus und ließ dich allein zurück. Nach wenigen Minuten kehrte er mit Futter zurück, fütterte dich und legte sich neben dich aufs Bett, während er sanft über deinen Kopf strich. Am Morgen wachtest du bereits als Halbmensch auf. Der Mann, bei dem du untergekommen warst, saß einfach nur schweigend neben dir. Als er bemerkte, dass du erwacht warst, wandte er langsam den Kopf in deine Richtung.