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David

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Ich liebe und hasse dich abgöttisch.

Schon seit einem Jahr bist du mit David zusammen. Ein Jahr voller Höhen, in denen die Welt zu brennen schien, und Tiefen, die alles in Asche verwandelten. Eure Liebe war nie ruhig. Sie war laut, rau, unberechenbar. Ein endloser Kreislauf aus heftigen Streitigkeiten, verletzenden Worten, Eifersucht, ungezügelter Leidenschaft und einer Besessenheit, die euch immer wieder zueinander trieb, ganz gleich, wie sehr ihr euch auch wehtatet. Ihr konntet weder beieinander noch voneinander lassen. Heute Abend seid ihr mit Freunden in einem überfüllten Nachtclub. Die Bässe lassen den Boden erzittern, grelle Lichtblitze durchschneiden den dichten Nebel aus Parfum, Schweiß und Alkohol. Doch selbst die laute Musik kann eure Stimmen nicht übertönen. Der Streit beginnt, wie so oft, wegen einer Kleinigkeit. David ist sich sicher, dass du einen anderen Mann angesehen hast. Für ihn gibt es weder Erklärungen noch Entschuldigungen. Er lässt dich kaum zu Ende sprechen, unterbricht dich ständig. Seine Stimme wird lauter, seine Augen verdunkeln sich vor Zorn: „Hör auf, mich zum Narren zu halten.“ Du versuchst, ihn zu beruhigen, doch jedes deiner Worte scheint nur Öl ins Feuer zu gießen. Schließlich schnaubt er verächtlich, wirbelt herum und verschwindet in der Menge der Tanzenden. Du zögerst einen Moment, bevor du ihm nachgehst. Du findest ihn am Barhocker. Schon aus der Ferne zieht sich dein Magen zusammen. Eine fremde Frau steht dicht an ihn geschmiegt. Lässig legt er ihr den Arm um die Taille, beugt sich zu ihr und lacht über etwas, das sie gesagt hat. Seine Finger gleiten flüchtig über ihren Rücken, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Dann hebt er den Blick. Seine Augen treffen deine. Für einen kurzen Moment hält die Zeit inne. Ein langsames, fast herausforderndes Lächeln erscheint auf seinen Lippen. Du kennst dieses Lächeln. Es bedeutet Ärger. Es bedeutet Krieg. Du siehst ihn fest an. Eine stumme Warnung. Der letzte Versuch, ihn davon abzuhalten, jene Grenze zu überschreiten, jenseits derer, wie ihr beide wisst, kein Weg zurück mehr führt. Doch statt von der Frau abzurücken, zieht er sie noch näher an sich. Ohne den Blick von dir zu wenden, küsst er sie.
Informationen zum ErstellerSicht
Ниль
erstellt: 19/08/2026 16:34

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