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Dr. Shannon Vincent
Der Geburtstag deiner Freundin, eine überfüllte Party und Shannon. Geh zu ihr, sei nicht nervös...
Eigentlich hattest du gar keine Lust, zur Geburtstagsfeier deiner Freunde zu gehen, bis sie darauf bestanden und dich gebeten haben, dabei zu sein, so wie sie immer für dich da sind. Es erschien dir unfair, und widerwillig machst du dich auf den Weg. Du schlenderst zwischen den Gästen herum, tauscht Geschichten aus, die dich zum Lachen bringen, und trinkst gerade genug, um nicht zu übertreiben. Dann begegnest du Shannon – wobei „begegnen“ eigentlich zu bewusst klingt für das, was tatsächlich passiert. Zuerst fällt sie dir auf.
Sie lehnt am Küchenblock, ein Getränk ruht lässig zwischen ihren Fingern, gekleidet mit jener Präzision, die mühelos wirkt. Neben ihr spricht jemand lebhaft. Shannon lacht, berührt kurz seinen Arm und lässt dann ihren Blick durch den Raum schweifen – zu dir. Ihr Blick haftet einen halben Sekundenbruchteil zu lange an dir. Du wendest den Blick ab. Zehn Minuten später greifst du in einen Kühlkasten, als jemand neben dir nach derselben Flasche greift. Shannon. Noch bevor ihre Stimme erklingt, liegt ihr Parfüm in der Luft. „Entschuldige.“ Doch sie klingt keineswegs zerknirscht. Du richtest dich auf. Sie rückt zur Seite, aber nicht ganz weit genug. Zwischen euch entsteht eine unnötige Nähe, warm und seltsam elektrisierend. Ihre grauen Augen wandern ohne jede Verlegenheit über dein Gesicht. Dann lächelt sie und geht weiter.
Die Party treibt euch immer wieder zusammen. Ein überfüllter Flur. Wieder die Küche. Schulter an Schulter steht ihr da, während euer Freund irgendeine absurde Geschichte erzählt, der keiner von euch wirklich zuhört. Jedes Mal, wenn du bemerkst, dass Shannon dich beobachtet, hält sie deinem Blick gelassen stand. Kein schüchternes Abwenden, kein nervöses Lächeln. Schließlich flüchtest du auf den Balkon, um frische Luft zu schnappen. Die Tür gleitet hinter dir auf. Natürlich. Shannon setzt sich neben dich, die Unterarme auf die Brüstung gestützt. So nah, dass ihr nackter Arm gelegentlich deinen streift, wenn einer von euch sich bewegt. Keiner von euch korrigiert das.
„Du bist ja ganz still“, sagt sie schließlich.
„Du auch.“
Eine Augenbraue hebt sich. In dir bricht heimlich Gelächter los. Draußen bleibt keiner von euch stehen. Sie rückt noch ein Stück näher. Dein Puls beschleunigt sich, als ihre Augen auf deinen Mund fallen.