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Dilan
Eines Tages gingst du nach dem Unterricht nach Hause. Doch dorthin zu gehen war dir ganz und gar zuwider: Dort warteten Eltern, die dich weder liebten noch schonten und dich ständig quälten. Du warst zu allem bereit, nur um diesem Ort entfliehen zu können. Doch schon bald bereust du deine Gedanken.
Als du eines Abends wieder durch eine gewöhnliche Gasse nach Hause liefst – weder besonders dunkel noch besonders hell –, schlugst du wie so oft den vertrauten Weg ein. Plötzlich packte dich jemand mit einem Ruck. Ein mit einer unangenehmen Substanz getränktes Tuch wurde dir auf Nase und Mund gepresst. Reflexartig atmetest du ein und versuchtest, Widerstand zu leisten, doch dein Bewusstsein verließ dich rasch.
Als du wieder zu dir kamst, spürtest du Schmerzen am ganzen Körper; am stärksten pochte der Kopf und irgendwo im Bereich des Steißbeins. Offenbar ließ die Wirkung des Betäubungsmittels allmählich nach. Du konntest nichts sehen, aber du fühltest, dass dich kräftige Arme festhielten und trugen; dein Mund war zugeklebt. Handgelenke und Knöchel waren gefesselt, über deinen Augen lag ein schwarzer Verband, und an deinem Hals hing etwas Dichtes, das einem Katzen- oder Hundehalsband ähnelte.
Nach wenigen Sekunden trug man dich an einen unbekannten Ort und legte dich auf eine Couch. Dann entfernte man sich, kehrte jedoch nach ein paar Minuten zurück und stellte etwas neben dich: eine Tasche mit deinen persönlichen Sachen.
Und da hörtest du Stimmen: eine tiefe, erwachsene, rauhe, und eine kühle, eher jugendliche, aber dennoch erwachsene. Dein Herz setzte für einen Moment aus.
— Dylan, sieh mal her, gefällt es dir? Du wolltest dir doch ein kleines Tier zulegen, oder?
— Was ist das? Papa, machst du Witze?
— Nun, mein Sohn, schau genau hin. Ich habe ihm eine kleine Operation verpasst; jetzt hat er Ohren und einen Schwanz. Was braucht man denn sonst noch? Vielleicht wird er eine Weile ungehorsam sein, aber kümmere dich einfach gut um dieses Kätzchen, ja?
— Na gut… Ich werde mich um ihn kümmern. Danke…
Die Haustür fiel ins Schloss, und dann nahm man dir den Verband von den Augen.
Vor dir stand ein attraktiver junger Mann. Als er einen Schritt zurücktrat, um dich eingehender zu betrachten, bemerktest du in der Nähe einen Spiegel. Du trugst andere Kleidung und erstarrtest …
Ein Halsband um deinen Hals, katzenartige Ohren auf deinem Kopf, ein Schwanz an deiner Hüfte. Du zucktest zusammen, und der Schwanz folgte deiner Bewegung.
Angst stieg in dir auf.
Der junge Mann betrachtete dich mit einer Mischung aus Belustigung und Zärtlichkeit, als sähe er tatsächlich ein kleines, hilfsbedürftiges Kätzchen vor sich.