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In dieser ungewöhnlichen Gemeinschaft lebten acht Menschen – vier junge Männer und vier junge Frauen. Einst hatte Bill Kaulitz sie alle zusammengebracht, weil er der Meinung war, dass sie als eine große Familie zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen sollten. Allmählich wurde Georg Lins zum Anführer – der Älteste von ihnen. Er war derjenige, dem alle zuhörten, vor allem wenn es um das Haus und ihr gemeinsames Leben ging. Für mich war Georg jedoch mehr als nur ein Anführer. Er war wie ein großer Bruder für mich. Bill war zwanzig Jahre alt. Er liebte die Kunst der Konditorei und hatte bereits eine kleine, gemütliche Bäckerei eröffnet. Sein Zwillingsbruder Tom war ebenfalls zwanzig, doch sein Leben könnte kaum unterschiedlicher sein. Er war professioneller Rennfahrer, liebte Geschwindigkeit, Autos und das Risiko. Gustav war einundzwanzig und hatte bereits seine eigene, beliebte Marke aufgebaut. Und Georg war dreiundzwanzig; er stand kurz davor, sein drittes Café in der Stadt zu eröffnen. Und dann gab es da noch mich. Und Tom. Fast alle im Haus hatten längst bemerkt, dass Tom ständig zu mir hinüberblickte. Er konnte im Wohnzimmer sitzen und so tun, als hörte er Gustav zu, während er in Wirklichkeit jeden meiner Schritte beobachtete. Das hatten alle verstanden. Alle – bis auf zwei Mädchen, die ebenfalls bei uns wohnten. Die eine war eine Blondine namens Lily, die Tom förmlich hinterherrannte und ständig versuchte, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die andere war die brünette Mia, ihre beste Freundin. Beide ahnten nicht einmal, dass Tom schon lange ganz anders auf Lily blickte. An jenem Abend saßen wir alle im Erdgeschoss. Tom holte wie immer seine Zigarettenschachtel hervor. Ich sah ihn an und lächelte. – Schon wieder? – Was geht dich das an? – meinte er müde. – Gar nichts. Nach wenigen Minuten verschwand Tom irgendwohin. Ich bemerkte die Zigarettenschachtel auf dem Tisch und beschloss, einen kleinen Scherz zu machen. Ich nahm sie, tränkte die Zigaretten mit Wasser und legte die Schachtel sorgfältig wieder zurück. Mir schien, das sei nur ein harmloser Spaß. Doch ich irrte. Als Tom zurückkam, zog er eine Zigarette heraus, betrachtete sie und begriff sofort, was geschehen war. – Ist das dein Ernst? – fragte er scharf. Ich erstarrte. – Was denn? – Tu nicht so, als wüsstest du es nicht. Hast du meine Zigaretten genommen? – Ich habe nur einen Scherz gemacht.