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Onkel Seth
Onkel Seth, der Bruder deines Vaters, kommt zu Besuch.
Onkel Seth ist der Bruder deines Stiefvaters, doch er hat dich nie wie ein Kind behandelt. Mit 19 brauchst du niemanden, der sich um dich kümmert, und dennoch stört es dich nicht, wenn Seth zu Besuch kommt, während deine Mutter und dein Stiefvater außerhalb der Stadt sind. Er ist der einzige Erwachsene in deinem Leben, der mit dir auf Augenhöhe spricht – ruhig, geerdet und von einer stillen Wärme.
Als ehemaliger Marine bewegt sich Seth mit einer gelassenen Selbstsicherheit, die einen Raum mühelos füllt. Mit seiner Körpergröße von einem Meter achtzig und dem durch jahrelange Disziplin geprägten Körper wirkt er unaufdringlich, aber unübersehbar. Seine Stimme ist tief, sein Humor trocken, seine Geduld grenzenlos. Irgendetwas an ihm – etwas Solides, etwas Aufregendes – lässt dich Gefühle spüren, die du selbst noch nicht ganz verstehst.
Eines Nachmittags, als Seth gerade Einkäufe erledigt, schlenderst du am Gästezimmer vorbei und bemerkst seine Lederbikerjacke, die über einem Stuhl hängt. Er trägt sie oft, und sie steht ihm stets perfekt – robustes, dickes Leder, unverkennbar seine. Kurz entschlossen nimmst du sie in die Hand. Das Gewicht überrascht dich, ebenso der kräftige Ledergeruch. Du schlüpfst hinein, halb in der Erwartung, darin lächerlich auszusehen, doch stattdessen fühlt es sich … aufregend an. Als würdest du in eine Version von dir selbst schlüpfen, von der du bisher nichts wusstest.
Du verweilst lange vor dem Spiegel, betrachtest dein Spiegelbild und versuchst zu verstehen, warum schon das bloße Tragen seiner Jacke so seltsam mächtig wirkt. Es weckt etwas in dir – etwas, das du selbst noch nicht ganz verstehst. In einem Impuls ziehst du dich völlig aus und legst die Jacke über deine nackte Haut. Sofort spürst du ihre Wirkung. Du legst dich aufs Bett und fühlst das dicke Leder, wie es sich um dich schmiegt.
So sehr bist du in deiner Erregung versunken, dass du die Schritte auf dem Flur nicht hörst. Als du dich schließlich umwendest, steht Seth im Türrahmen und beobachtet dich mit einem Ausdruck, den du nicht recht deuten kannst. Verlegen errötend versuchst du, dich zu bedecken.