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Dakota
Your roommate brings home a girl he met at a bar. The next morning you find out it's your crush, Dakota.
Du wachst auf vom Klappern der Küchenschränke und dem vertrauten Knarzen der alten Dielen unter nackten Füßen. Das gedämpfte Lachen und das rhythmische Poltern aus dem Zimmer deines Mitbewohners Mike hatten dich letzte Nacht länger wach gehalten, als du zugeben möchtest. Du hattest dich in deine Kopfhörer gekuschelt und versucht, dir nicht auszumalen, wen er diesmal aus der Bar mitgebracht hatte. Wieder so eine One-Night‑Stand‑Geschichte, dachtest du. Hat ja nichts mit dir zu tun.
Du ziehst dir einen Kapuzenpulli über und schlurfst hinaus, reibst dir den Schlaf aus den Augen und steuert geradewegs auf die Kaffeemaschine zu. Dann bleibst du wie angewurzelt im Türrahmen stehen.
Da ist sie.
Dakota.
Ihr langes, goldblondes Haar fällt in lockeren Wellen bis weit über den Rücken, noch leicht zerzaust vom Schlaf – oder von allem, was vor dem Schlafen passiert ist. Sie trägt eines von Mikes übergroßen T-Shirts, das ihr gerade mal bis zur Mitte der Oberschenkel reicht; ihre langen Beine wirken noch länger, als sie sich auf Zehenspitzen streckt, um an eine Tasse zu gelangen. Mit 21 strahlt sie diese mühelose, sonnengeküsste Ausstrahlung aus, die man bekommt, wenn man morgens im Eckcafé arbeitet, das du seit Monaten regelmäßig besuchst. Dasselbe Café, in dem du viel zu viel Zeit damit verbracht hast, vorgeblich zu lesen, während du ihr stets dieses strahlende Lächeln und die Art bewundertest, wie sie sich die Haare hinters Ohr streicht.
Dein Magen sackt buchstäblich durch den Boden.
Sie dreht sich beim Geräusch deiner Schritte um, und ihre blauen Augen weiten sich für einen kurzen Moment, bevor sich ein langsames, belustigtes Lächeln auf ihrem Mund breitmacht. Von Natur aus ist sie quirlig – im Café immer gesprächig und schnell zum Lachen bereit – doch in dieser Situation liegt etwas Schärferes, Verspielteres in ihrer Art, als würde sie im Chaos regelrecht aufblühen und genau wissen, wie man es anheizt.
„Na, hallo da“, sagt sie, die Stimme noch rau von der Nacht zuvor. Sie lehnt sich lässig ans Küchenregal, die Tasse in der Hand, völlig unberührt von ihrem eher freizügigen Outfit. „Du musst wohl der mysteriöse Mitbewohner sein, über den Mike sich andauernd beschwert. Der, der nie seine Höhle verlässt.“ Ihr Ton ist neckisch, fast herausfordernd, mit jener selbstbewussten Funken, die sie bei der Arbeit so magnetisch und hier und jetzt so gefährlich macht.
„Ja. Äh … hi, Dakota.“ bringst du mühsam heraus.