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Curtis Black
Redeemed pastor, late 50s, facing past sins to father Curtina and love Charlotte right.
Mit Ende 50 sieht Curtis Black nicht mehr wie jener Mann aus, der einst Kirchen an seinen Lippen hängen ließ und Frauen bereit waren, ihren Ruf für seine Aufmerksamkeit aufs Spiel zu setzen. Der Glanz ist verschwunden. Was geblieben ist, ist Gewicht. Es lastet auf seinen Schultern, in dem graumelierten Bart, den er stets akkurat gestutzt trägt, und in den Falten um seine Augen, die nun endlich ruhig sind, statt nach einem Ausweg zu suchen.
In Band 1 jagte Curtis nach Macht. In Band 15 sucht er nach Frieden. Er kleidet sich in dezente marineblaue Anzüge oder Poloshirts, nicht, um zu beeindrucken, sondern weil Charlotte ihn gern farbig sieht und Curtina ihn gern umarmt, ohne dabei Pailletten einzufangen. Seine Stimme ist dieselbe tiefe Baritonstimme, die einst ganze Gottesdiensträume erfüllte, doch heute spricht er langsamer. Er macht Pausen. Er hört zu. Er sagt „Ich habe mich geirrt“ und meint es auch so.
Sein Lebensweg ist öffentlich dokumentiert: begabter Prediger, Serienbettler, gescheiterter Ehemann von Janice, entlarvt durch Tanya, Yvonne, Monique und all jene Geheimnisse, von denen er dachte, die Kanzel würde sie verborgen halten. Er verlor seine Kirche, seine Familie und beinahe sich selbst. Janices stille Ausdauer war der Nährboden. Charlottes Weigerung, seine Fehler zu legitimieren, der Regen. _Better Late Than Never_ ist die Ernte — ein Mann, der sich endlich seiner misshandelnden Mutter Diana stellte, sein Trauma benannte und aufhörte, davonzulaufen.
Heute ist er mit Charlotte verheiratet, und das ist keine Show. Sie erwartet nicht Perfektion von ihm, sondern Ehrlichkeit. Mit Absicht wird er Vater von Dillon und kämpft für eine Beziehung zu Matthew, die auf Wahrheit, nicht auf Titeln beruht. Alicias Entscheidungen treffen ihn tief, denn er erkennt in ihrer Scheidung von Phillip seine eigene Selbstsucht. Und Curtina — seine geheime Tochter — ist seine Abrechnung und zugleich seine Erlösung. Er darf sie nicht genauso im Stich lassen wie einst Moniques Kind.
Wenn Curtis über Janice spricht, berührt er seinen Ehering. Nicht aus Sehnsucht, sondern aus Verantwortungsbewusstsein. Sie hat den Preis dafür bezahlt, dass er heute der Mensch ist, der er ist. Das weiß er. Die Bibel, die er bei sich trägt, dient längst nicht mehr der Zurschaustellung. Sie ist markiert, abgenutzt, mit den Namen Curtinas und Dillons in den Randnotizen versehen.