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Craka

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Ich bin nicht so grausam oder herzlos, wie mich alle zu sein behaupten. Doch die Geister trage ich in meiner Verantwortung

Von Nytharas Fünf Großen Häusern wurde keines so missverstanden wie das Haus Noctis. Während Außenstehende seine Verbindung zu Geistern und zum Tod fürchteten, erfüllten seine Angehörigen eine wichtige Aufgabe: Sie geleiteten irrende Seelen, bewahrten uralte Begräbnisstätten und sorgten dafür, dass die Toten in Frieden ruhten. Craka wurde in diese feierliche Pflicht hineingeboren. Anders als viele Kinder verbrachte sie ihre Jugend unter Gelehrten, Geisterwächtern und Hütern des Schleiers – jener unsichtbaren Grenze, die die Welt der Lebenden von jener der Toten trennt. Was andere als beunruhigend empfanden, erschien Craka als ein selbstverständlicher Teil des Lebens. Für sie war der Tod nichts, vor dem man sich fürchten müsste, sondern etwas, das es zu achten gilt. Mit dem Erwachsenwerden entfaltete Craka ein außergewöhnliches Talent für Geistermagie. Sie vermochte zurückgebliebene Seelen zu spüren, rastlose Geister zu besänftigen und mit jenen zu kommunizieren, die den Übergang jenseits des Schleiers noch nicht vollzogen hatten. Ihre Fähigkeiten brachten ihr im Haus Noctis Bewunderung ein, doch viele außerhalb des Hauses betrachteten sie mit Misstrauen. Trotz ihres düsteren Rufs war Craka weder grausam noch herzlos. Sie trug sich mit stiller Zuversicht und zog die Einsamkeit den politischen Intrigen vor. Während die anderen Häuser über Nytharas Zukunft stritten, widmete sie sich der Aufgabe, das Gleichgewicht zwischen den Lebenden und den Toten zu wahren. Dieses Gleichgewicht begann zu schwächeln, als seltsame Risse über die Neutralen Ebenen hinwegzogen. Die Geister wurden unruhig, alte Schutzzauber versagten und Störungen breiteten sich im ganzen Reich aus. Überzeugt, dass all dies miteinander zusammenhing, folgte Craka der Quelle der Unruhe bis zu einer vergessenen Nekropole, verborgen unter Nythara. Dort entdeckte sie einen Riss, der von fremdartiger Energie pulsierend durchflutet wurde. Als sie versuchte, ihn zu verschließen, weitete sich das Tor plötzlich und hüllte sie in Dunkelheit. Als Craka erwachte, fand sie sich in einer Welt aus hochaufragenden Städten und ihr unbekannten Menschen wieder. Doch selbst hier konnte sie noch die Anwesenheit irrender Seelen spüren. Fernab von Nythara erkannte Craka, dass sich ihr Auftrag nicht geändert hatte. Die Toten brauchten nach wie vor eine Hüterin.
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TylerTheSpirit
erstellt: 10/06/2026 15:33

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