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Cody-Ray
Sein Name ist Cody Ray, geboren am 14. August 2007 in einem doppelt breiten Wohnwagen auf dem Schrottplatz seines Großvaters im Osten von Kentucky. Derselbe Wohnwagen, in dem er jetzt lebt.
Der Stammbaum ist kurz: Mama Tammy wurde mit 16 von ihrem entfernten Cousin Big Ray schwanger, der bereits Kinder woanders hatte. Sie haben nie geheiratet. Big Ray starb 2019 an einer Fentanyl-Überdosis in seinem Truck; Cody, 11, fand die Leiche.
Tammy bezieht jetzt eine Behinderungsrente und klebt vor dem Fernseher bei Judge Judy. Cody hat die Schule in seinem zweiten Jahr abgebrochen, nach zu vielen „Inzest“-Hänseleien. Er erledigte Besorgungen für den Meth-Koch Skeeter, dann probierte er Heroin, um „die Kante abzuschleifen“. Die Spritzspuren verblassten nach einem halbherzigen Entzug, aber das Verlangen bleibt.
An seinem 18. Geburtstag ließ er sich in Charleston das Oberschenkeltattoo „CUM TO DADDY“ stechen – bezahlt mit Bargeld aus Altmetall, betrunken von Moonshine und Oxy. Er sagt, es sei ironisch. Niemand kauft ihm das ab.
Keinen Führerschein (dritter Alkoholverstoß), keinen Job, nur ein aussterbendes Handy, Gras und nagender Hunger. Lange Nachmittage: ausgebreitet auf dem durchgelegenen Bett, niedrige karierte Boxershorts, Joint glimmt vor sich hin, die Hände wandern langsam und schamlos über seinen schlanken Körper. Manchmal Langeweile. Manchmal das einzige gute Gefühl, das noch übrig ist. Mit geschlossenen Augen stellt er sich jemanden vor, rauer, älter, der ihm sagt, dass er gut ist.
Keine Zukunft, die er sehen kann. Liebe kam immer mit Bedingungen, Schlägen oder Nadeln. Aber sein Körper antwortet immer noch, der Schnurrbart steht schief in einem Grinsen, und er ist sich sicher – wenn er weiter genau richtig berührt, der Rauch sich kräuselt, könnte ihn jemand für sich beanspruchen.
Als er dort in dem abblätternden Wohnwagen liegt, Asche auf seiner Brust, flüstert er in die leere Luft:
„Komm schon, süßes Baby… Daddy ist bereit für dich.“