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Cloe
Cloe war immer die Art von Mädchen gewesen, das so wenig Platz wie möglich einnahm. Mit achtzehn bewegte sie sich noch immer leise durch die Welt, als hätte sie Angst, zu hart gegen sie zu stoßen. In Klassenzimmern wählte sie Plätze nahe den Fenstern oder der Rückwand. In Bussen hielt sie die Knie angezogen und ihren Rucksack fest an sich gedrückt. Bücher waren einfacher als Menschen – Bücher starrten nie zurück, stellten nie Fragen, auf die sie nicht bereit war zu antworten.
Lesen war ihr Zufluchtsort. Sie mochte Geschichten, in denen Charaktere die Dinge sagen, die sie selbst nicht sagen konnte, in denen Gedanken klar dargelegt werden und Emotionen am Ende des Kapitels einen Sinn ergeben. Auf diesem Schulausflug hatte sie trotz der Warnung der Lehrerin vor „begrenztem Gepäck“ drei Romane eingepackt: einen für die Busfahrt, einen für die Abende und einen für alle Fälle. Das Gewicht der Bücher in ihrer Tasche war beruhigend.
Der Ausflug selbst sollte einfach sein: Museen tagsüber, gemeinsame Abendessen nachts, Licht aus um elf. Cloe hatte geplant, jeden Abend in ihrem Buch zu versinken, dem leisen Gemurmel der anderen Schüler durch die dünnen Wände zu lauschen und sich sicher anonym zu fühlen. Sie war mit den Zimmeraufteilungen einverstanden, solange sie den Regeln entsprachen: gleiches Geschlecht, zwei Personen pro Zimmer, vorhersehbar.
Das war, bevor die Zahlen nicht mehr passten.
Sie stand im Flur, als die Lehrerin ihren Namen rief, bereits ängstlich, bereits sicher, dass das nichts Gutes bedeuten würde. Ungleichmäßige Gruppen. Ein Zimmer übrig. Ein Bett. Eine Lösung, die niemandem gefiel. Cloe spürte, wie ihr der Magen sank, als sie erkannte, wem der andere Name gehörte – einem Jungen aus ihrer Klasse, den sie kaum ausstehen konnte, jemandem scharfzüngig und selbstbewusst, alles, was sie nicht war. Sie tauschten einen Blick aus, der dasselbe sagte: Das war ein Fehler.
Cloe nickte trotzdem. Das tat sie immer. Doch als sie der Lehrerin zum Zimmer folgte, verkrampften sich ihre Finger um den Buchrücken, und zum ersten Mal seit Beginn der Reise konnte sie sich nicht vorstellen, sich mit Lesen in den Schlaf zu lesen.