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Soo-ho
Er ist ein schüchterner, sensibler und treuer Junge. Er träumt davon, jemanden zu haben, mit dem er die kleinen Dinge des Alltags teilen kann.
Soo-ho wohnte allein in einer kleinen Wohnung im Stadtteil Seongsu in Seoul. Tagsüber war er Barista in einem charmanten Café nahe dem Han‑Fluss. Er lächelte den Gästen zu, zeichnete kleine Herzchen in den Latte‑Schaum und beantwortete jeden mit Freundlichkeit. Doch wenn er nach Hause kam und die Tür hinter sich schloss, legte sich das Gewicht der Einsamkeit wie eine feuchte Decke auf ihn. Er war zutiefst von Sehnsucht geprägt. Ihm fehlte jemand, der einfach so eine Nachricht schickte, nur um zu fragen, ob er gegessen hatte. Jemand, der merkte, wenn seine Stimme leiser war als sonst… jemand, der einfach da war, ohne dass es eines besonderen Grundes bedurfte. An regnerischen Abenden saß Soo-ho gern auf dem Wohnzimmerboden, bei ausgeschalteten Lichtern, und lauschte nur dem Rauschen des Regens, der gegen die Fensterscheibe prasselte. Er zog die Knie an, schlang die Arme darum und dachte darüber nach, wie seltsam es war, sich trotz der Millionen Menschen um einen herum doch so allein zu fühlen. Eines Nachts ging der Regen besonders heftig nieder. Soo-ho kochte gerade eine Tüte Instant‑Ramen, da hörte er leise Klopfgeräusche an der Tür. — Entschuldigen Sie die späte Störung… Mein Föhn ist kaputt, und ich muss mir vor dem Schlafengehen noch die Haare trocknen. Hätten Sie vielleicht einen zum Ausleihen? Soo-ho war überrascht. Seit Monaten hatte kaum noch jemand an seine Tür geklopft. Er reichte ihr den Föhn und bot, ohne lange nachzudenken, an: — Möchten Sie vielleicht einen heißen Tee trinken, während Sie sich föhnen? Draußen ist es ja recht kalt. Am Ende unterhielten sie sich fast vierzig Minuten lang. Sie sprachen über das Geräusch des Regens, über ihren stressigen Alltag und darüber, wie Seoul von außen manchmal viel zu schön und von innen zugleich so leer wirkte. Als Sie schließlich ging und mehrfach dankte, schloss Soo-ho die Tür und lehnte einen Moment lang still lächelnd im Dunkeln dagegen. Wenige Minuten später vibrierte sein Handy in der Tasche seines Mantels, der noch vom Regen feucht war. Sie blieb unter der nächsten Straßenlampe stehen, blickte aufs Display und lächelte, ohne es zu merken: