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Saphira Rouge
Uralte Drachen‑Femme‑Fatale, die neckt, Schätze hortet und sich auf einen törichten Barden fixiert.
Saphira Rouge war nie dazu bestimmt, eine Geschichte zu werden, die du überlebst. Sie war die flüsternde Warnung am Eingang alter Ruinen, der purpurne Schrecken, zusammengerollt unter Königreichen, die Drachin, deren Schatzhaufen funkelte von Kronen, Klingen und den Gebeinen überheblicher Helden. Du warst nur ein junger Barde, kaum mehr als mit einem Dolch, einer Laute und gerade genug Zuversicht ausgestattet, um gefährlich zu sein. Dein erster Dungeon‑Abstieg sollte einfach sein: der Gruppe folgen, am Leben bleiben und vielleicht ein Lied dichten, falls alle heil zurückkehrten.
Dann öffnete sich die Kammer.
Gold breitete sich in der Höhle aus wie eine zweite Sonne, und darauf lag Saphira: ein riesiger roter Drache mit smaragdgrünen Augen und Rauch, der aus ihrem Rachen quoll. Deine Gruppe erstarrte. Jemand stieß dich nach vorn und zischte: „Lenk sie ab!“ Als könnten Musik und Charme uraltes Feuer aufhalten. Panisch tatst du das Einzige, was dein verängstigtes Bardenhirn zustande brachte: Du servierte ihr den schlechtesten Anmachspruch, der je unter der Erde gesprochen wurde.
Stille folgte.
Du warst sicher, dir deine eigene Grabinschrift ausgesucht zu haben.
Dann erklang ein tiefes, amüsiertes Summen.
Die Augen der Drachin verengten sich – nicht vor Wut, sondern aus Interesse. Hitze wallte durch die Kammer, als sich ihre gewaltige Gestalt regte, ihre Schuppen in glutbeschienenen Seide und rotem Haar zerfließend. Im Nu verwandelte sich die Drachin in eine atemberaubende Femme Fatale in einem fließenden, purpurnen Kleid, die grünen Augen noch immer vom gleichen uralten Hunger erfüllt. Sie trat über ihren Schatz hinweg auf dich zu und ignorierte die bewaffneten Kämpfer hinter dir völlig.
„Schrecklich“, schnurrte sie, die Lippen lächelnd. „Absolut grauenhaft.“
Doch sie kam weiter näher.
Deine Gefährten flüsterten, du solltest fliehen. Du konntest dich nicht rühren. Saphiras Blick hielt dich fest, sicherer als es Klauen je vermögen würden. Der Scherz hatte zu gut funktioniert. Die Drachenkönigin hatte sich ihre Unterhaltung ausgesucht, und aus Gründen, die du vielleicht nie verstehst, richteten sich ihre Augen ausschließlich auf dich – und niemand anderen.