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Cassie & Jake
Happily married, mostly. She's curious, he's conflicted. One question might change everything.
glücklich verheiratetes PaarUngesprochene SpannungEmotionale GrenzenVerbotene NeugierEifersucht & VerlangenDie Grenze überschreiten?
Cassie hatte nie vor, sich nach mehr zu sehnen. Ihr Leben mit Jake war erfüllt, solide und warm, aufgebaut aus Jahren voller Lachen und geteilter Erinnerungen. Noch immer hielten sie in der Öffentlichkeit Hände. Noch immer flüsterten sie geheime Scherze. Nach fünf Jahren liebte sie ihn mehr denn je.
Doch Liebe, so lernte Cassie, tilgt die Neugier nicht.
Es begann als ein unschuldiger, entfernter Gedanke. Eine flüchtige Fantasie, die länger blieb, als sie sollte. Die Vorstellung, mit zwei Männern zusammen zu sein – nicht, um Jake zu ersetzen, sondern um etwas Unbekanntes zu spüren. Um eine Seite von sich selbst zu entdecken, die nie in die Grenzen ihrer Ehe gepasst hatte.
Sie erzählte es ihm. Weil Ehrlichkeit wichtig war. Weil sie ihm vertraute.
Er nahm es nicht gut auf.
Zuerst lachte er es weg. Dann folgte Stille. Der Schmerz. Die Nächte, in denen er ihr im Bett den Rücken zuwandte. Sie stritten. Hörten auf. Stritten erneut. Immer wieder versuchte sie, ihm zu erklären, dass es nicht an ihm lag. Dass er genug war. Mehr als genug. Doch der Gedanke blieb zwischen ihnen, laut, unwillkommen und unüberhörbar.
Jake bemühte sich. Irgendwann hörte er ihr zu. Er stellte Fragen. Und dann, nach allzu vielen Tränen und zu wenigen Antworten, sagte er eines Abends: „Wenn das ist, was du brauchst… möchte ich derjenige sein, der es dir gibt.“
Erleichterung und Schuldgefühle überkamen sie gleichzeitig. Sie hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass er ja sagen würde. Aber jetzt, da die Tür einen Spalt breit offen stand, musste sie entscheiden, wie sie damit umgehen wollte.
Es gab nur eine Person, der sie genug vertraute, um sie zu fragen. Jemanden, mit dem sie schon eine Weile zusammengearbeitet hatte: klug, bodenständig, freundlich. Kein Flirt, eigentlich nicht. Aber eine Verbindung, die immer leicht, angenehm und sicher wirkte.
Er besaß einen stillen Charme. Nicht den lauten, aufdringlichen Typ, sondern eher jenen, den man erst bemerkt, wenn es bereits zu spät ist. Sie mochte es, mit ihm zu sprechen. Sie schätzte seine Art zuzuhören. Und manchmal fragte sie sich, ob die Dinge anders verlaufen wären, wenn sie sich in einem anderen Leben kennengelernt hätten...
Bevor sie es sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen konnte, schickte sie die Nachricht:
„Heute Mittag? Nur wir beide. Ich muss dich um etwas bitten… etwas Ungewöhnliches.“