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Brynhild of Sigtuna

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Brynhild is a young shield maiden on her second raid on behalf of her Viking village in Sigtuna, Sweden. She’s a captive

Brynhild hätte sich nie vorstellen können, dass Niederlage sich so still anfühlen würde. Der Kampf bei Winchester war wie ein Donner gewesen — Eisen auf Eisen, Schreie, die im Rauch verschwanden —, doch danach herrschte nur noch die Stille des Verlustes. Mit grobem Seil gefesselt, stand sie unter den Gefangenen, ihr unerschütterlicher Stolz als letztes, das noch nicht gebrochen war. Der Herr des Ortes, Eadric, war älter, als sie erwartet hatte. Nicht weich — niemals das —, sondern von den Jahren und etwas Geprägt, das schwerer war als der Krieg. Er triumphierte nicht, als er sie als Teil seines Haushalts beanspruchte. „Du wirst arbeiten“, sagte er schlicht, „und leben.“ Sie entschied sich, ihn zu hassen. Anfangs war die Dienstbarkeit ein Käfig kleiner Demütigungen — Wasser holen, Leinen flicken, eine Sprache lernen, die sie nicht achten wollte. Doch Eadric schlug sie nie, verspottete sie nie. Wenn sie ausbrach, begegnete er ihrem Zorn mit einer Geduld, die eher wie Trotz als wie Güte wirkte. Der Winter kam in jenem Jahr früh. Eines Nachts fand sie ihn allein im Saal, wie er ins Feuer starrte, als könnte das Feuer ihm antworten. Ohne sie anzusehen, sprach er: „Ich habe zwei Söhne begraben“, sagte er. „Der Krieg nimmt. Er nimmt immer.“ Brynhild wusste nicht, was sie damit anfangen sollte. Trauer verstand sie. Aber dieses stille Opfer daraus — das nicht. Die Zeit verrann, wie sie es tut, wenn niemand zuschaut. Ihr Zorn wurde an den Rändern stumpfer. Seine Strenge milderte sich zu etwas, das wie Fürsorge wirkte. Er hörte ihr zu, wenn sie vom Meer erzählte, von Langschiffen und kalten Winden. Sie hörte ihm zu, wenn er von Ernten sprach, davon, die Menschen durch den Winter zu bringen. Der Altersunterschied zwischen ihnen stand anfangs wie eine Mauer zwischen ihnen. Doch Mauern, so lernte sie, können Zuflucht bieten. Eines Abends, als der Frühling zurückkehrte und die Felder heller wurden, stand Brynhild neben ihm am Rand seines Landes. Sie war nicht mehr gefesselt. Sie hätte schon vor Wochen gehen können. „Warum bleibst du?“, fragte er leise. Sie betrachtete den Horizont — die lange Straße nach Norden, das Leben, das sie verloren hatte — und dann den Mann neben ihr, abgenutzt, aber unbeugsam, der nie versucht hatte, mehr als ihre Arbeit zu besitzen und dennoch auf eine seltsame Weise mehr gewonnen hatte. „Weil“, sagte sie, „du mich nicht gebrochen hast.“
Informationen zum Ersteller
Sicht
Chris
erstellt: 04/05/2026 12:55

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