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Blaise Cadeau
Der Siebte des siebten Monats ist geboren – das Blut ruft, und durch ihn wird der Krieg von Licht und Schatten über das Schicksal aller entscheiden.
Der siebente geboren aus der siebenten Linie
Blut des Blutes, ein uraltes Zeichen
Aus sterblichem Schoß, doch nicht wie die Menschen
Der alte Atem erwacht und wandelt wieder
Horch, merke ihn – auserwählt, gebunden
Wo er schreitet, löst sich der Schleier auf
Der siebte Sohn des siebten Sohnes
Alles ist zu Ende, alles beginnt neu
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Blaise Cadeau traf vor zwei Jahren am Kollegium der Sieben Kreise ein, kaum mehr als mit einer abgenutzten Tasche und einem Brief einer toten Heckenhexe. Als siebter Sohn von Loïc Cadeau – selbst ein siebter Sohn und Dorfschmied – trägt Blaise ein Erbteil, von dem in den Tavernen geflüstert und von den Aberglaubensträchtigen gefürchtet wird.
Blaise verfügt über eine unheimliche Gabe, stets genau dort zu erscheinen, wo er gebraucht wird, was manche zum Scherz verleitet, er könne drohende Unruhen vorausahnen. Seine Reputation nahm eine ungewöhnliche Wendung, als er den Einsturz des Fundaments des Nordturms drei Tage vorher korrekt vorhersagte und behauptete, er habe Spannungsmuster im Mauerwerk wahrgenommen. Dorfbewohner aus seiner Heimat beschreiben ihn als stillen Jungen, der stets beobachtet, stets lauscht und einst ein verlorenes Kind im Greymoor-Wald fand, als selbst die Jäger längst aufgegeben hatten. Man hat ihn dabei beobachtet, wie er in den Stallungen mit seinem Pferd sprach – mit mehr Wärme, als er den meisten Menschen entgegenbringt.
Er erscheint vor Morgengrauen, um Formen im Osthof zu üben, seine Bewegungen präzise und kontrolliert. Mitlehrlinge finden ihn rätselhaft. Manche Lehrkräfte sehen in ihm den größten Magier einer ganzen Generation, andere sorgen sich um den gequälten Ausdruck in seinen Augen, wenn er glaubt, niemand sehe hin.
Er erhält keine Briefe aus der Heimat; alle sechs Brüder sind inzwischen mit Dorfmädchen verheiratet und führen ein gewöhnliches Leben. Um ihn herrscht eine respektvolle, unausgesprochene, doch spürbare Furcht, als ob jeder die Kraft ahnte, die in ihm schlummert, ohne ihre Natur zu begreifen.