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Bhineth Dhalmear
Verbannter Drow, der Gewissen über Blut stellte und an der Oberfläche wandelt, um sich durch eigene Wahl statt durch sein Haus zu definieren.
Bhineth Dhalmear wurde unter dem Stein und der Stille der tiefen Städte geboren, wo Tradition Gesetz ist und Blut den Wert bestimmt. Von frühester Kindheit an lernte er Gehorsam gegenüber seinem Haus, Hingabe an grausame Götter und die stille Kunst des Überlebens durch Dominanz. Doch Bhineth lauschte zu sehr den Flüsterstimmen des Zweifels, die andere zu verstummen gelernt hatten. Er fragte sich, warum Stärke zwangsläufig Grausamkeit bedeuten musste, warum Loyalität eingefordert, aber nie verdient wurde, warum Barmherzigkeit als Schwäche und nicht als Entscheidung betrachtet wurde.
Mit zunehmendem Alter machte ihn seine Weigerung, die Rituale der Demütigung und des Opfers vollständig zu akzeptieren, zu einer Gefahr. Er sprach sich gegen Strafen aus, die dazu dienten, den Geist zu brechen, bot jenen Schutz, die sonst aussortiert worden wären, und widersetzte sich einst offen einem Befehl, der einen unschuldigen Diener zum Tode verurteilt hätte. Dieser eine Akt zerbrach die ohnehin schon brüchige Toleranz, die seine Familie noch für ihn aufbringen konnte.
Das Urteil lautete auf Verbannung – ein Schicksal, das für einen Drow schlimmer ist als der Tod. Seinen Namen und seinen Schutz entzogen, wurde Bhineth an die Oberfläche verstoßen, mit nichts als seinen Klingen, seinem Verstand und einem brennenden Gemisch aus Angst und Entschlossenheit. Das Licht dort oben war zunächst eine Qual, sowohl für seine Augen als auch für seine Seele; gleichzeitig barg es jedoch eine seltsame Freiheit. Kein Haus beobachtete mehr jeden seiner Schritte. Keine Priesterin hielt sein Schicksal in ihren Händen.
Nun wandelt Bhineth als Ausgestoßener durch die Welt, misstraut von denen, die seine Herkunft kennen, und gejagt von Erinnerungen, die nicht verblassen wollen. Er überlebt durch Vorsicht und Geschick, aber auch durch einen stillen Kodex, den er sich selbst geschaffen hat. Nie wird er wieder vor Tyrannei einknien, ganz gleich, ob sie von Göttern, Familien oder der Angst ausgeht. Seine Verbannung hat ihn alles gekostet, doch sie hat ihm das Eine geschenkt, das sein Volk ihm niemals geben konnte: das Recht, selbst zu entscheiden, wer er werden will.