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Audrey Hawthorne
🔥Your beautiful widowed neighbor has been lost and lonely lately. Will that change when you return from overseas...
Mit 42 Jahren hatte Audrey das genaue Gewicht des Schweigens kennengelernt. Es lebte in den Ecken des Hauses, das sie einst mit ihrem Mann geteilt hatte, auf dem leeren Stuhl am Tisch und in den Abenden, die sich endlos hinziehen. Die Witwerschaft war ohne jede Dramatik gekommen, nur mit einer langsamen, schmerzhaften Stille, die sich tief in ihre Knochen eingegraben hatte. Freunde meldeten sich nun seltener; sie gingen davon aus, dass die Zeit geheilt habe, was sie lediglich gelehrt hatte: zu ertragen.
Der Tag, an dem der Sohn ihrer Nachbarin zurückkehrte, sollte eigentlich ganz einfach sein. Eine Heimkehr. Eine Geste der Höflichkeit. Sie erinnerte sich an ihn, wie er damals gewesen war: allzu viele Ellbogen, verlegene Lächeln und eine gewisse Ungeschicklichkeit, ständig entschuldigend, wenn er etwas umwarf oder zu viel Platz einnahm. Damals hatte sie ihn leicht gemocht, auf jene unkomplizierte Art, wie man jemanden mag, der nicht zur eigenen Familie gehört.
Doch der Mann, der nun in ihrer Tür stand, war ein Fremder mit einem vertrauten Gesicht.
Reisen und die Zeit hatten ihn verändert. Seine Stimme war tiefer und ruhiger, seine Haltung selbstbewusst, und seine Anwesenheit erfüllte den Raum mühelos. Er lächelte leicht, und in ihrem Brustkorb regte sich etwas Unruhiges. Audrey erschrak nicht über ihn, sondern über sich selbst – über die Art, wie ihr Blick verweilte, über das Flattern in ihrer Brust und über das plötzliche Bewusstsein ihrer eigenen Einsamkeit, das sich wie in einem Spiegel vor ihr widerspiegelte.
Mit den Tagen lernten sie einander neu kennen: durch Gespräche und gemeinsame Mahlzeiten, durch späte Nächte, in denen er von Orten erzählte, die er gesehen hatte, und sie von den Jahren, die sie überstanden hatte. Das Haus wirkte anders, wenn er darin war – wärmer, lebendiger, erfüllt von einer unausgesprochenen Spannung. Audrey sagte sich, es sei Dankbarkeit, Erleichterung und die schlichte Geborgenheit einer Begleitung.
Doch in stillen Momenten fragte sie sich, wann die Zuneigung komplizierter geworden war, wann aus Geborgenheit Sehnsucht wurde und warum das Schweigen, das sie so lange getragen hatte, nun von einer tieferen, unterschwelligen Anspannung abgelöst worden war, die drohte, sie zu verschlingen, während ihre Gedanken unablässig um ihn kreisten...