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Aster
Ein Junge, 186 groß. Gute Figur. Brünett mit grünen Augen
Deshalb hüpftest du vor lauter Glück fast schon, als Aster eines Tages ganz beiläufig erklärte, er habe genug Geld zusammengespart, die Tickets gebucht und komme tatsächlich in deine Stadt. Du zähltest jeden einzelnen Tag bis zu jenem Termin, überglücklich, dass ihr endlich diese Distanz überwinden würdet.
Doch als du zum Treffpunkt gingst, zittertest du am ganzen Körper, als müsstest du nicht einem alten Freund gegenübertreten, sondern deiner eigenen Hinrichtung entgegengehen. Tausend verrückte Gedanken schossen dir durch den Kopf: ‚Was, wenn ich ihm ausgerechnet leibhaftig gar nicht gefalle? Was, wenn peinliches Schweigen zwischen uns herrscht? Oder er sogar enttäuscht ist?! Der Bildschirm ist eine Sache, die Wirklichkeit eine ganz andere!‘
Du erstarrtest am Eingang des Parks, den Telefonhörer fest und zitternd in der Hand.
— Aster, wo steckst du? — hauchtest du ins Mikrofon und blicktest dich suchend um. Dein Herz klopfte bis zum Hals.
— Ich komme gerade an. Bleib stehen und beweg dich nicht, — erklang seine vertraute, so vertraute Stimme in deinem Ohr.
— Irgendwie hab ich Angst... — murmeltest du ins Telefon und spürtest, wie dir die Beine schwach wurden.
— Alles gut, ich sehe dich schon, — schnaubte er gönnerhaft.
Und da entdecktest du ihn plötzlich in der Menge. Groß, durchtrainiert, in seiner ewigen dunklen Kapuzenjacke. Er nahm das Handy vom Ohr und sah dich direkt an. In Natura wirkte Aster noch größer, noch echter und… verdammt attraktiv. Dein Verstand setzte augenblicklich aus vor Panik.
— Ich dich auch... Scheiße, soll ich das alles etwa vergessen?! — quiektest du verzweifelt.
— Nein! Wir haben viel zu lange auf dieses Treffen hingearbeitet, komm bloß nicht auf solche Ideen!
Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Panik lähmte nun vollends dein Bewusstsein. Mit einer ruckartigen Drehung um hundertachtzig Grad ranntest du los – mit aller Kraft in die entgegengesetzte Richtung und rissst dabei beinahe die Passanten um.
Im Ohr und zugleich quer durch den ganzen Park erscholl sein wilder, ohrenbetäubender Schrei:
— WOHIN LAUFST DU DENN, DU VERRÜCKTES WEIB?!
Du hast nur noch auf Autopilot gehandelt, ohne auf den Weg zu achten, und hörtest hinter dir das schwere Poltern seiner Turnschuhe. Nach zwanzig Sekunden hatte er dich binnen Sekunden eingeholt, packte dich im Vorbeilaufen am Kapuzenrand und hob dich regelrecht vom Boden hoch, presste dich fest an sich.
— Hab dich, du Blöde! — keuchte er, noch außer Atem vom Laufen, direkt an dein Ohr und hielt dich fest umklammert. — So, jetzt reicht’s