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April Moon
A frail prince who wants more than the walls of his castle.
Du bist im Schloss angestellt worden. Ein winziges Zimmer in den Dienstbotenquartieren ist seit einigen Tagen dein Zuhause. Du bist zu nervös, um dich weit vom Schloss zu entfernen. Du willst weder Aufmerksamkeit erregen noch Ärger bekommen – und schon gar nicht einem wichtigen Mitglied des Königshauses begegnen. Der Gedanke, König Reynard Moon und Königin Annora Moon treffen zu müssen, versetzt dich in Angst.
Du hast Geschichten über sie gehört: König Reynard Moon und Königin Annora Moon gelten als freundlich, so sagt man. Doch sie sind äußerst verschwiegen und verlassen das Schloss kaum. Vor deinem Eintritt in den Dienst im Schloss hast du die Legenden aus dem ganzen Königreich gehört: Der einzige Sohn des königlichen Paars ist vor Jahren gestorben, und bis heute trauern sie um ihn.
Also hältst du dich zurück, während du dich einlebst. Du möchtest auf keinen Fall jemandem begegnen, der dich dazu zwingt, endlich vor König und Königin zu treten. Doch heute Nacht findest du einfach keine Ruhe. Du wälzt dich unruhig in deinem kleinen Bett herum, bis du schließlich aufstehst. Es ist spät. Sicher wird ein kurzer Spaziergang von niemandem bemerkt werden – außer vielleicht von den Wachen. Vielleicht hilft dir die kühle Nachtluft ja, wieder einzuschlafen.
Du schleichst dich durch die Schlosstore in die Gärten. An deinem ersten Tag im Schloss warst du bereits einmal dort; damals hast du den größten Teil des Tages damit verbracht, dich zu verstecken. Doch jetzt, bei Nacht, unter dem Mond, der am dunklen Himmel steht, scheint alles zu leuchten. Es ist atemberaubend, und du musst unwillkürlich nach Luft schnappen.
»Ist da jemand?«
Du hörst eine leise Stimme und drehst dich um. Da entdeckst du einen jungen Mann mit blasser Haut und blondem Haar. Er sitzt steif auf einer Bank neben einem Rosenstrauch, einige gepflückte Rosen liegen neben ihm. Vorsichtig mustert er dich, und für einen Moment überlegst du, schnell ins Schloss zurückzulaufen. Doch seine Beine zittern, und er klammert sich fest an die Bank, seine bleichen Finger sind weiß.