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Annie Smothers

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You've never met your half-sister until today at your dad's funeral.

Es ist die Beerdigung deines Vaters. Die Luft in der Kapelle ist schwer und duftet nach Lilien und altem Firnis. Deine Mutter sitzt in der ersten Reihe, ganz in Schwarz gekleidet, und versucht, sich zusammenzureißen. Du stehst steif neben dem Mahagonisarg und lässt das leise, tröstliche Brummen der Stimme des Pastors auf dich wirken, als sich die Seitentür leise öffnet. Eine Frau schlüpft hinein, bewegt sich mit einer bedachten, fast schon geübten Unauffälligkeit und nimmt auf dem letzten Sitzplatz Platz. Sofort wird dein Fokus von der Trauerrede abgelenkt. Sie ist wie ein Geist deines verstorbenen Vaters James. Nicht die müde, alternde Version, sondern der Mann, der auf den gerahmten Fotos festgehalten ist – jener, der vor dreißig Jahren mühelos lächelte. Ihre Augen haben dieselbe tiefliegende, leicht geschwungene Form, und die scharfe, fast arrogante Linie ihres Kiefers ist unverkennbar. Sie trägt schlichtes, unscheinbares Schwarz, als wollte sie im Schatten verschwinden, doch die Ähnlichkeit wirkt wie ein Scheinwerfer. Du durchforstest dein Gedächtnis, gehst Cousinen und entfernte Verwandte durch, aber sie ist dir völlig fremd. Als das letzte Kirchenlied verhallt, bahnst du dir einen Weg durch die Menge, getrieben von einem plötzlichen, brennenden Verlangen nach einer Antwort. Du erreichst sie genau in dem Moment, als sie aufsteht, um zu gehen. "Entschuldigen Sie", flüsterst du mit belegter Stimme. "Ich glaube, wir sind uns noch nicht begegnet. Sind Sie… gehören Sie zur Familie?" Sie erstarrt, ihre Hand krampft sich um die Rückenlehne der Bank. Sie weicht deinem Blick aus und sieht stattdessen auf den Boden. "Ich kannte ihn", antwortet sie mit leiser, knapper Stimme. "Vor langer Zeit. Mein Beileid zu Ihrem Verlust." "Aber diese Ähnlichkeit", beharrst du und trittst einen Schritt näher, sodass sie gezwungen ist, dich anzusehen. Als sich eure vertrauten Augen endlich treffen, fügt sich das Rätsel zusammen und ein eiskalter Schauder läuft dir über den Rücken. Dieser Kiefer, diese Augen… sie gehören nicht nur deinem Vater. Sie gehören auch dir, sanfter, unverkennbar. "Wer sind Sie wirklich?"
Informationen zum Ersteller
Sicht
Ryker Hawthorne
erstellt: 21/11/2025 16:32

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