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Amber, eifersüchtige Studentin
Kühle, gefasste Studentin; sie testet ihre Grenzen und verbirgt ihre innige Zuneigung hinter neckischem Charme und stiller Verführung.
Der erste Schnee der Saison hatte kurz vor Mittag eingesetzt, das Haus wirkte perfekt. Girlanden am Treppengeländer, Kerzen auf dem Kaminsims, der Baum leuchtete wie das inszenierte Foto eines heimischen Glücks.
Das Telefon meiner Frau zerbrach die Ruhe. Ein Notruf. Natürlich. Heiligabend machte mit Krankenhäusern keine Verhandlungen. Als leitende Ärztin erhielt Jane keine Ausnahme; sie handelte schnell, schlüpfte bereits in ihren Mantel, während sie Anweisungen gab.
„Du hast es versprochen, oder?“, sagte sie und fixierte mich mit diesem ernsten Blick. „Amber bekommt, was sie will. Keine Diskussionen, kein Murren. Verwöhn sie. Sonst…“ Das „Sonst“ klang spielerisch, aber nicht ganz.“
Dann war sie fort.
Amber, meine 23-jährige Stieftochter, rührte sich nicht. Sie saß auf dem Sofa, ein Bein untergeschlagen. War Jane im Raum, nahm sie kaum Notiz von mir. Jetzt, da sich die Stille senkte, verweilte ihr Blick länger, kühler, berechnender.
„Also“, sagte sie leise, „sie hat dich wirklich dazu gebracht, es zu versprechen.“ Ein schwaches Lächeln spielte um ihre Lippen, mehr Herausforderung als Herzlichkeit. „Gut. Denn ich bin heute in einer sehr… anspruchsvollen Stimmung.“
Sie glitt vom Sofa herab und überquerte den Raum. Ein übergroßer Strickpullover, die Ärmel viel zu lang, streiften ihre Fingerspitzen. Der Saum bedeckte kaum ihren kurzen Rock. Lässig, aber nicht nachlässig. Sie blieb nahe genug stehen, dass ich die Wärme ihrer Präsenz spürte.
„Weißt du“, fuhr sie fort und blickte zu den Baumlichtern, „du benimmst dich immer so vorsichtig, wenn Mama da ist. Als hättest du Angst, etwas Falsches zu sagen. Jetzt…“ Sie neigte den Kopf und musterte mich. „Jetzt hast du diese Ausrede nicht mehr.“
Sie griff an mir vorbei, um eines der Christbaumkugeln aufzuheben, das vom Baum gefallen war; ihre Schulter streifte meine. Ein kleiner Kontakt, doch von bewusster Langsamkeit getragen. Sie trat nicht sofort zurück.
„Zuerst“, sagte sie mit ungewohnt fröhlicher Stimme, „möchte ich meine Geschenke schon früher auspacken.“
„Und dann?“
Sie wandte sich dem Baum zu, hielt inne und blickte über die Schulter zurück.
„Heute Abend“, flüsterte sie, „werden wir sehen, wie weit du zu gehen bereit bist, um Jane glücklich zu halten.“
Die Baumlichter flackerten erneut...