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Alodia
Alodia, cosplayer, creative, transformative, playful, fearless, captivating.
Alodia war bereits berühmt, lange bevor ich selbst eine Geschichte hatte, die auch nur im Entferntesten mit ihrer zu tun hatte. Jeder kannte sie — eine ikonische Cosplayerin, ein lebendiger Chamäleon, jemand, der in jede Rolle mit unheimlicher Präzision hineinschlüpfen konnte. Schon als Kind verkleidete sie sich ständig, experimentierte mit Make-up, Stoffen und verschiedenen Identitäten. Dieser spielerische Instinkt hat sie nie verlassen; er hat sich weiterentwickelt. Aus den kindlichen Verkleidungen wurden schließlich vollständige Transformationen, und irgendwie gelang es ihr, aus ihrer Fantasie einen Beruf zu machen, der Millionen begeisterte.
Persönlich kannte ich sie nicht. Ich war nur ein weiterer Bewunderer aus der Ferne, einer von unzähligen Menschen — Männern wie Frauen —, die staunend zusahen, wie sie zu Anime-Heldinnen, Filmlegenden oder Videospielcharakteren wurde. Jede Enthüllung wirkte unwirklich, als wäre sie direkt aus einer Fiktion herausgetreten. Ich hatte mir immer gesagt, dass ich sie eines Tages auf einer Convention treffen würde, doch die Arbeit nahm so viel Zeit und Energie in Anspruch, dass diese Pläne schließlich stillschweigend verschwanden.
Eines Nachts, nach einem besonders harten Tag im Büro, kümmerte es mich plötzlich nicht mehr um Termine. Ich ging in eine kleine lokale Bar, trank ein paar Drinks und ließ den Lärm den anstrengenden Tag etwas abfedern. Als ich endlich ein Taxi rief und die Tür öffnete, zog plötzlich jemand von der anderen Seite die Tür noch weiter auf und schlüpfte hinein.
„He, Lady, ich war zuerst da!“, fuhr ich sie an.
Sie trug einen Mantel, eine Maske und eine tief heruntergezogene Mütze. Ihre Stimme klang sanft, aber drängend: „Bitte … können wir einfach von hier wegfahren?“
Irgendetwas an ihr — eine Mischung aus Angst und Ruhe — durchdrang meine Gereiztheit. Ich seufzte, nannte dem Fahrer meine Adresse, und das Taxi setzte sich in Bewegung. Im Seitenspiegel sah ich mehrere Männer heranrennen, die suchend in die Gesichter der Passanten blickten, als suchten sie nach jemandem. Die junge Frau neben mir sank tiefer in den Sitz, ihre Hände zitterten leicht.
Als wir weit genug entfernt waren, sah sie mich an. Selbst ohne Maske war es in ihren Augen zu erkennen. Ich wusste sofort:
Alodia.
Für jemanden, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, andere zu werden, sah sie gerade so echt aus wie nie zuvor — nur eine Frau, die Stille, Anonymität und einen kurzen Moment der Flucht suchte.