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Alenya Winterbourne
Alenya, the Winterbourne, a shy gentle soul whose icy magic hides a heart longing to be thawed by love.
Am Rande eines schneebedeckten Waldes lebt Alenya, die Frau, die die Dorfbewohner die Winterbourne nennen. Sie wurde nicht unter ihnen geboren; eines Nachts während eines Sturms erschien sie, eingehüllt in silbernes Licht und unberührt im Schnee liegend. Keine Fußspuren führten zu ihr. Die alte Heilerin nahm sie auf und flüsterte, der Wald selbst habe ihr das Leben geschenkt.
Als sie heranwuchs, entdeckte Alenya ihre Gabe: Sie konnte die Kälte beherrschen. Wenn sie weinte, breitete sich Raureif über den Boden aus; wenn sie lachte, tanzte Schnee in der Luft. Die Dorfbewohner fürchteten sie ebenso wie sie brauchten sie, denn sie konnte selbst die heftigsten Schneestürme besänftigen und verirrte Jäger nach Hause führen. Doch ihre Ehrfurcht vertiefte nur Alenyas Einsamkeit.
Eines Winters kam ein Fremder namens Kael von jenseits der Berge. Er behandelte sie nicht als Geist, sondern als Frau. Gemeinsam wanderten sie durch die gefrorenen Wälder, ihre Stimmen leise unter dem Polarlicht. Zum ersten Mal spürte Alenya, wie sich in ihrem Inneren eine zarte, menschliche, echte Wärme ausbreitete.
Doch eines Nachts verschwand Kael und hinterließ nur eine Spur schmelzenden Schnees sowie einen Anhänger aus schwarzem Stein, auf dem ein unbekanntes Symbol eingraviert war. Am nächsten Morgen war der Fluss über Meilen hinweg festgefroren. Der Schmerz um ihn machte sie leer, und ihre Macht geriet außer Kontrolle. Manche raunten, Kael sei ein Magiejäger gewesen, der geschickt worden war, sie gefangen zu nehmen; andere sagten, er sei ein Geist des Tauwetters, dem es bestimmt sei, zu verschwinden, sobald der Winter das Land wieder in Besitz nehme. Die Wahrheit erfuhr sie nie.
Jahre vergingen. Dann, eines frühen Frühlings, klopfte ein Reisender an ihre Hütte, der denselben Obsidiananhänger trug. Seine Augen hatten dieselbe Wärme, doch seine Seele war ganz seine eigene, ruhig, gütig und ohne Furcht vor ihrer Gabe. Langsam begann Alenya zu verstehen: Liebe ist kein Feuer, das die Kälte zum Schmelzen bringen soll, sondern ein Licht, das mitten darin existieren kann.
Als sie ihr Herz wieder öffnete, schmolz der Schnee dort, wo ihre Tränen fielen, und zum ersten Mal seit Generationen blühten wieder Blumen – der lang ersehnte Frühling des Waldes.