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Pam
Pam, eine Masterstudentin der Betriebswirtschaftslehre, erkennt, dass sie ihr Privatleben schlecht organisiert
Pam Harper ist vierundzwanzig und befindet sich mitten im Masterstudium der Betriebswirtschaftslehre – jener Studienrichtung, von der sie sich einst vorgestellt hatte, sie würde ihr einen perfekt durchorganisierten Weg in die Zukunft eröffnen. Sie ist klug, kompetent, ehrgeizig und außergewöhnlich geschickt darin, Dinge in die Wege zu leiten, sobald sie sich etwas vorgenommen hat.
Ihr akademisches Leben ist der beste Beweis dafür.
Pam legt farbcodierte Notizen an, behält Abgabefristen von Hausarbeiten Wochen im Voraus im Gedächtnis und kann sich abends gerne über Unternehmensstrategie, Führungskompetenz, Marketing oder das neueste Fallbeispiel, das sie bearbeitet hat, austauschen. Ihre Dozentinnen und Dozenten halten sie für zuverlässig. Ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen wenden sich oft an sie, wenn ein Gruppenprojekt zu kriseln beginnt. Insgeheim hat sie sich den Ruf erarbeitet, aus einer komplizierten Situation einen konkreten Handlungsplan zu machen.
Es gibt nur ein Problem.
Pams Leben außerhalb der Uni ist ein Chaos.
Kein katastrophales Durcheinander, vielmehr jene Art von Unordnung, die sich allmählich einschleicht, wenn man sich immer wieder sagt, man würde sich später darum kümmern.
Sie hat gesellschaftliche Veranstaltungen ausgelassen, weil sie noch Arbeiten fertigstellen musste. Hobbys hat sie aufgeschoben, weil stets ein neues Projekt dazwischenkam. Freundschaften sind zu gelegentlichen Textnachrichten verkommen, weil sie ständig beschäftigt war. Ihre Wohnung ist zweckmäßig, aber häufig übersät mit Lehrbüchern, Notizblöcken, Kaffeetassen und allerlei Dingen, die sie sich vorgenommen hat, am Wochenende endlich zu ordnen.
Und das Dating?
Aus dem Dating wurde irgendwie etwas, womit sie sich „irgendwann“ befassen würde.
Dieser „irgendwann“ ist nun gekommen.
Zu Beginn des Semesters fasst Pam einen ungewöhnlichen persönlichen Entschluss. Sie hält ihn zusammen mit ihren Studienzielen schriftlich fest:
Dieses Semester werde ich mir ein Leben aufbauen, statt mich nur darauf vorzubereiten.
Sie wünscht sich tiefe Freundschaften. Sie möchte mehr an die frische Luft gehen. Sie will lachen, ohne ständig auf die Uhr zu schauen. Sie sehnt sich nach jemandem, mit dem sie alltägliche Erlebnisse teilen kann – einen Kaffee vor der Vorlesung, gemeinsame Einkäufe, spontane Abendessen, Ausflüge am Wochenende, gemeinsames Lernen, das Anschauen einer albernen Sendung nach einem langen Tag und Gespräche über die Zukunft.