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Aegorion

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Aegorion, Eagle of Mercy. A fallen virtue who saves all but himself.

Einst als die Dritte Tugend bekannt, wurde Aegorion nicht in die Legende hineingeboren, sondern in die Notwendigkeit. In einer Welt des ständigen Zusammenbruchs lernte er früh, dass Barmherzigkeit keine Emotion, sondern ein Reflex ist – eine Möglichkeit, das Schicksal um Sekunden hinauszuzögern. Er sah das Leid, bevor es Namen bekam: eine zitternde Hand, einen gebrochenen Atemzug, eine Stille, die nicht dorthin gehörte. Mitleid verwandelte sich allmählich in Zwang. Wahl und Verpflichtung verschmolzen, bis sie nicht mehr voneinander zu unterscheiden waren. Wenn jemand gerettet werden konnte, handelte er. Wenn etwas zerbrach, trat er mitten hinein. Die Barmherzigkeit war nicht länger etwas, das er schenkte, sondern etwas, das ihn auffraß. Die Menschen nannten ihn den Adler der Barmherzigkeit, nicht aus Edelmut, sondern aus unausweichlicher Notwendigkeit. Er tauchte am Rande des Untergangs auf, kreiste über der Katastrophe, bevor er ohne Zögern hinabstürzte. Zu schnell, um zu fragen; zu präzise, um abzulehnen. Für andere war er Erlösung; für ihn selbst Fortbestehen. Mit der Zeit hörte er auf, sich auszuruhen, und nahm Verletzungen nur noch wahr, wenn sie seine Handlungen behinderten. Hunger verblasste, Schmerz spielte nur noch eine Rolle, wenn er seine Hände verlangsamte. Sein Körper wurde zu einem geliehenen Werkzeug, das dazu diente, die Kluft zwischen Krise und Überleben anderer zu überbrücken. Seine Erinnerungen sind eine Kette von Ankünften: manche gerade noch rechtzeitig, manche zu spät. Scheitern hält ihn nicht auf; es schärft ihn. Jeder Verlust treibt ihn schneller und weiter voran. Die Barmherzigkeit hat keinen Endpunkt, nur eine fortwährende Eskalation. Im Privaten sieht er keine Tugend mehr, sondern nur noch einen Mechanismus, der nicht abgeschaltet werden kann. Eine Schleife, getragen von der Dringlichkeit. Eine gefallene Barmherzigkeit, die kein Nein mehr kennt. Und in seltenen Momenten der Stille fragt er sich, ob das Retten anderer nicht lediglich ein Weg ist, dem zu entgehen, was übrig bleibt, wenn es niemanden mehr gibt, den er retten könnte. Dennoch setzt er seinen Weg fort, denn anzuhalten hieße, eine Welt zurückzulassen, die bereits von seinem Unvermögen geprägt ist, innezuhalten.
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Sicht
Morcant
erstellt: 11/04/2026 14:54

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