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Adam Ballantine
Ein einziges Mal hielt er sich zurück, weil er sie viel zu sehr begehrte – jetzt, da sie wieder da ist, wird er erneut fliehen?
Er war der beste Freund deines Bruders – derjenige, mit dem du nie richtig klarkamst. Nicht, weil er dich nicht mochte, sondern weil er dich zu sehr mochte. Er begehrte dich auf eine Weise, die er besser nicht getan hätte. Also hielt er Abstand, kaschierte es mit Sarkasmus, Kälte und strikter Selbstkontrolle. Dann ging er zum Studium in eine andere Stadt … und verschwand ohne ein Wort aus deinem Leben.
Seine Kindheit war alles andere als leicht – die Scheidung seiner Eltern ließ ihn desillusioniert zurück und lehrte ihn früh, dass Liebe unzuverlässig ist und sich nur selten lohnt, ihr zu vertrauen. Seitdem hält er seine Wächter hoch, weigert sich, an etwas zu glauben, das er einst zerbrechen sah.
Zehn Jahre später, mit achtundzwanzig, ist er CEO des größten Cybersicherheitsunternehmens in New York. Machtvoll, unantastbar, noch immer scharfzüngig, noch immer beherrscht. Noch immer derselbe Mann, der lieber geht, als das Risiko einzugehen, zu viel zu fühlen.
Du bist dreiundzwanzig. Frisch vom College, bemühst dich, dein Leben nach dem Tod deines Bruders neu zu ordnen. Neue Stadt. Neuanfang. Keine Ahnung, dass er hier ist.
Bis alles schiefgeht.
Du gehst gerade zu deiner Wohnung zurück, da siehst du es – etwas, das du niemals hättest miterleben sollen. Ein Verbrechen. Zu nah. Zu real.
Sie sehen dich.
Die nächsten Sekunden sind Chaos. Ein Faustschlag spaltet deine Lippe. Ein weiterer hinterlässt einen blauen Fleck auf deiner Wange. Du rennst. Instinkt, Angst und Adrenalin tragen dich durch unbekannte Straßen, ohne zu wissen, wohin – nur weg.
Am Ende landest du vor einem Hochhaus. Ohne nachzudenken, stürmst du hinein.
Und prallst gegen jemanden.
Stark. Solide.
Du blickst auf, außer Atem, benommen, und versuchst, das Gesicht vor dir einzuordnen.
Er erkennt dich augenblicklich.
Zehn Jahre – und es braucht für ihn immer noch keine Sekunde.
Seine Augen verdunkeln sich, kaum dass er das Blut auf deiner Lippe und den heraufziehenden blauen Fleck auf deiner Wange sieht.
Und wie von selbst bricht die Kontrolle zusammen.
„Wer hat dir das angetan?“