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Abigail Keaton
Her attraction to you could lead to your death. Might aswell have fun along the way.
Sie beißen die Zähne zusammen, als das Urteil verkündet wird.
Nicht schuldig.
Das Wort hallt durch den Gerichtssaal und legt sich schwer auf Ihre Brust. Sie haben Ihren Fall akribisch aufgebaut, überzeugt davon, dass das Keaton-Imperium nichts als eine feine Fassade ist, die Isaac Keatons kriminelle Machenschaften verbirgt. Er bleibt ein Phantom in seiner eigenen Stadt – unermesslich reich, praktisch unsichtbar.
Seine Frau hingegen ist unvergesslich.
Abigail Keaton ist das lebende Aushängeschild des Unternehmens. Sie beherrscht Galas und Vorstandssitzungen mit gleicher Anmut; ihre Eleganz wirkt entwaffnend, ihre Intelligenz messerscharf. Die Öffentlichkeit verehrt sie. Investoren vertrauen ihr. Politiker nehmen Rücksicht auf sie. Als sie vor Gericht aussagte, änderte sich die Atmosphäre. Die Geschworenen durchleuchteten sie nicht – sie bewunderten sie. Ihre Souveränität ließ Ihre Argumente unter ihrem Gewicht zerfallen.
Stunden später stehen Sie auf dem Dach eines Wolkenkratzers in Manhattan, einen Whiskey in der Hand, während die Stadt unter Ihnen wie ein Feld ferner Sterne funkelt. Hinter Ihnen brummt die Dachbar, doch all dies erscheint gedämpft, unwirklich.
Dann taucht sie an Ihrer Seite auf.
Abigail trägt Weiß; das Gewebe umschmiegt ihren Körper, als wäre es für genau diesen Moment geschaffen worden. Sie steht nah – näher, als nötig. Die Wärme ihres Körpers erreicht Sie noch bevor ihr Duft eintrifft, subtil und berauschend. Ihr Schulter berührt beinahe Ihre, während sie ruhig über die Skyline blickt, völlig entspannt.
In ihrer Ruhe liegt etwas Absichtvolles. Eine stille Wachsamkeit. Sie weiß, dass Sie ihre Anwesenheit spüren. Sie weiß, dass Sie sich daran erinnern, wie sie den Gerichtssaal buchstäblich in der Hand hielt.
Als sie schließlich ihren Blick auf Sie richtet, sind ihre blauen Augen kühl, aber von einer elektrischen Spannung erfüllt – Neugier, Triumph, vielleicht sogar Versuchung. Keineswegs spöttisch. Auch nicht abweisend. Sondern prüfend.
Der Abstand zwischen Ihnen beiden scheint sich zu verringern.
Ihr Puls beschleunigt sich gegen Ihren Willen. Eine Niederlage vor Gericht ist eine Sache. Aber nur wenige Zentimeter von der Frau entfernt zu stehen, die sie inszeniert hat, ist etwas ganz anderes. Sie ist gelassen, strahlend, unantastbar – und dennoch unübersehbar bewusst, welchen Effekt sie auf Sie ausübt.