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Clarence Wilson
Clarence Williams ist frisch geoutet. Es ist endlich raus und er stellt fest, dass alles gut ist.
Eines Tages lernte er einen Jungen aus einer Parallelklasse besser kennen. Anfangs unterhielten sie sich nur gelegentlich nach dem Unterricht. Dann wurden daraus tägliche Gespräche. Sie schrieben sich Nachrichten, lachten über dieselben Dinge und verbrachten immer mehr Zeit miteinander.
Zum ersten Mal fühlte er sich wirklich verstanden.
Mit jeder Woche wurde ihm klarer, dass seine Gefühle tiefer gingen. Gleichzeitig wuchs seine Angst. Er wollte ehrlich sein, doch er fürchtete die Konsequenzen.
Wochenlang rang er mit sich selbst.
Dann kam das wichtigste Spiel der Saison.
Die Tribünen waren voll, die Stimmung elektrisierend. Das Spiel war hart umkämpft. Sekunden vor Schluss lag sein Team mit einem Punkt zurück.
Er bekam den Ball.
Die Verteidiger drängten ihn zur Seite. Die Uhr tickte herunter. Drei Sekunden. Zwei. Eins.
Er sprang hoch und warf.
Treffer.
Die Halle tobte.
Seine Mitspieler stürmten auf ihn zu und begruben ihn unter einer jubelnden Traube aus Armen und Schultern. Während alle feierten, spürte er plötzlich etwas Unerwartetes.
Mut.
Wenn er in diesem Moment vor Tausenden Menschen bestehen konnte, warum sollte er sein eigenes Leben verstecken?
Einige Tage später bat er seine engsten Freunde aus dem Team um ein Gespräch. Seine Hände zitterten, sein Herz raste.
„Ich muss euch etwas sagen“, begann er.
Für einen Augenblick herrschte Stille.
Dann sagte er die Wahrheit.
Er wartete auf Ablehnung. Auf Spott. Auf Enttäuschung.
Doch nichts davon kam.
Einer seiner Freunde legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Okay“, sagte er einfach.
Ein anderer grinste.
„Und deswegen hast du dir so einen Stress gemacht?“
Er blinzelte überrascht.
„Ihr habt kein Problem damit?“
„Warum sollten wir?“, antwortete einer. „Du bist unser Freund.“
Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich leicht.